Ich wünsch mir was – für meinen HSV

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Am vergangenen Sonntag habe ich einer historischen Mitgliederversammlung des HSV beigewohnt: Mit 9.702 waren so viele Stimmberechtigte wie noch nie zuvor da – übrigens deutschlandweit, der alte Rekord wurde, so erzählte es mir Dirk vom HSV-Museum, von S04 gehalten. Meine kurze Recherche ergab, dass 2013 knapp 9.000 Mitglieder dort waren. Der Hamburger Sport-Verein demonstrierte kraft seiner zahlreichen Mitglieder auch für mich eindrucksvoll: Er lebt. Er wird getragen von seinen Mitgliedern. Er ist ihnen nicht egal. Gänsehautgefühl. Zur MV selbst haben sich andere schon ausführlich geäußert, die Links dazu finden sich am Ende des Posts.

Für mich ist es jetzt die Zeit, meine Wünsche/Erwartungen zu formulieren. Das aufzuschreiben hilft ja manchmal, sich später daran zu erinnern und sich kritisch zu hinterfragen. Ich setze darauf, dass sich eventuell ergebendes Enttäuschtsein dann besser erklären und überwinden lässt.

Ich wünsche mir, dass sich alle Fans des HSV wieder darauf besinnen, dass wir alle Fans desselben Vereins sind. Kultivieren der Gemeinsamkeiten, nicht das Hervorheben dessen, worüber wir unterschiedlicher Meinung sind. Ich wünsche mir, dass dieses „die da / wir hier“ aufhört. Es ging am Sonntag nicht darum, ob irgendwelche Fraktionen gewonnen oder verloren haben, es war eine Entscheidung für den HSV. Und letztlich wurde sie in einem Akt der demokratischen Mitbestimmung getroffen, wie sie immer wieder (zu Recht) eingefordert wurde – übrigens auch von jenen, die jetzt davon reden, das Ergebnis nicht akzeptieren zu wollen.

Ich wünsche mir, dass wir Fans uns darauf konzentrieren, was wir am besten können: Fan zu sein. Die Mannschaft auf dem Platz zu unterstützen. Vom ersten Spiel der neuen Saison an. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Herzen. Und zwar unabhängig von der Rechtsform, eben so, wie es beispielsweise BVB- und EffZeh-Fans halten.

Ich wünsche mir, dass der Aufsichtsrat der neuen AG im Hintergrund, also ohne große Mediengeräusche, arbeitet. Dass – bei aller verständlichen Euphorie – nur verkündet wird, was fakt (in der Regel: unterschrieben) ist. Es gilt, zwei Vorstände zu bestellen, die ihren Job ebenso geräuschlos, dafür effektiv erledigen. Und dann sollte möglichst nur noch einer vor die Mikros treten, wenn möglich: nicht jeden Tag und zu jedem Thema.

Ich wünsche mir im Januar 2015 Kandidaten für das Präsidium und den Beirat/Wahlausschuss, die unserem HSV mehr Ehre machen als die Aufsichtsräte, die ihn in den jüngeren Vergangenheit geprägt haben. Es sollten Menschen sein (sehr gerne auch mehr als eine Frau), die sich nicht wichtiger nehmen als den Verein, für den sie ehrenamtlich tätig sind, die auf Mitgliederversammlungen etwas zur Sache, nicht (nur) zu sich selbst sagen, die das Trikot zu Hause lassen und gewillt sind, durch Taten im jeweiligen Gremium, nicht durch Worte zu überzeugen.

Ich wünsche mir eine völlig neue Ausrichtung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der HSV als Vater (nun: auch Mutter) seiner (ihrer) zahlreichen Töchter sollte die Deutungshoheit über das Geschehen innerhalb der Familie haben. Immer. Wie so was geht, zeigen andere Vereine. Es darf nicht sein, dass Medien die Macht (!) haben, Verantwortliche beim HSV „hinein- und rauszuschreiben“. Es kann nicht sein, dass Unwahrheiten, die über diverse Kanäle verbreitet werden, widerspruchslos hingenommen werden. Das Aussitzen solcher Dinge manifestiert die Macht der Medien nur. Wenn man hier keine Grenzen setzt, tanzen sie einem weiter auf der Nase herum. Eltern kennen dieses Phänomen normalerweise gut und wissen das rechtzeitig zu verhindern. Das Problem dabei ist, und die Erkenntnis ist wahrlich nicht neu: Es gibt zu viele, die glauben, was in den Zeitungen steht. Es gibt zu viele, die sagen: Der das schreibt, ist doch immer vor Ort, der kennt jeden und alles, der hat gute Quellen, der weiß doch Bescheid. Es gibt zu viele, die das dann auch noch weiterverbreiten – ungefiltert und unkritisch, versteht sich. Und gar nicht wissen, was sie da tun.

Ich wünsche mir, dass wir HSV-Fans uns künftig mehrheitlich mit sportlichen statt mit vereinspolitischen Fragen beschäftigen. Dass wir alle wieder gerne ins Stadion gehen, ohne befürchten zu müssen, dass der Schal sonstwohin gestopft wird, ohne dass ein Bierbecher gegen den Kopf fliegt und das Zeuch von den Haaren runtertropft, ohne (vor allem auswärts) zu bedauern, die Atemschutzmaske vergessen zu haben.

Ich freue mich schon jetzt auf die neue Saison.

NUR DER HSV!

Hier die Links zu den privaten Blogs, die die MV näher beschrieben haben (wenn welche fehlen, freue ich mich über Hinweise und ergänze gerne):

– Der Trapper aus der Hauptstadt spricht von einer Zeitenwende beim HSV.

– Der „Zwerg“ 😉 Sven zeigt sich ganz doll erleichtert.

– Gravesen mahnt in seinem Blog harte Arbeit an und sagt Danke an viele Beteiligten, dem ich mich hier mal anschließe.

 

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