Blogs lesen. Weil mich Meinung interessiert.

Die Mama_notes hat mich wieder einmal angestiftet. Sie will dieses Mal wissen: Welche Blogs lese ich? Am liebsten hätte sie ja gerne, dass man eines näher vorstellt. Ich werde das jetzt anders machen, und zwar aus Gründen:

Ich verfolge nur sehr wenige Blogs wirklich regelmäßig. Normalerweise interessiert mich ein bestimmtes Thema, dann fange ich an zu recherchieren und lese dann auch Blogs dazu. Meist mit großem Vergnügen, manchmal aber auch mit großem Mißfallen (passierte mir beim Thema Krautreporter). Darüber hinaus meine ich, dass das, was mich anspricht, andere noch lange nicht interessieren oder ihnen gar gefallen muss. Das wird ja oft bei Diskussionen, die auf Twitter angerissen werden, deutlich. So las ich heute einen älteren Blogeintrag zum Thema Selbstbestimmung der Frauen in Sachen Sexarbeit/Prostitution. Die Meinungen dazu könnten unterschiedlicher nicht sein. Oder, um noch ein Beispiel zu nennen: Als HSV-Fan verfolge ich natürlich die Fan-Blogs dazu. Die Fans kennen sie sicher alle und haben sich ihre Favoriten längst ausgeguckt, andere (also Nicht-Fans) wird meine Meinung zu den Blogs nur bedingt interessieren. Daher hier nur ein paar Hinweise zu dem, was ich lese – und warum.

Thema Fußball

Als HSV-Fan muss ich hier natürlich zuerst den Blog vom Trapper Seitenberg nennen: Er hat für sich eine etwas andere Art der Annäherung an Fußballspiele gefunden und berücksichtigt dabei auch oft psychologische Aspekte, was ich anderswo so noch nicht gelesen habe. Der Trapper berichtet wortreich (das muss man mögen, ich tu’s) und wohlwollend. Er begründet seine Ansichten und scheut keine Diskussion. Und er verwendet eine für meinen Geschmack sehr angenehme Sprache.

Was ich seit geraumer Zeit meide, obwohl ich so die Blogwelt überhaupt erst kennen- und eigentlich auch schätzengelernt habe, ist das HSV-Blog des Hamburger Abendblatts. Es hat inzwischen eine sehr große Reichweite erreicht, die Autoren werden als (vermeintliche) Experten auch zu Fernsehsendungen wie „Doppelpass“ eingeladen. Wenn hauptberufliche Journalisten (ich kenne sie in dem Fall persönlich) einen Blog betreiben, sind meine Ansprüche schon andere als bei einem rein privat betriebenen Blog. Und die sehe ich dort nicht erfüllt.

Wenn ich mal schauen möchte, was bei anderen Vereinen so passiert, lese ich gerne bei vertetblanc (Werder Bremen), web04 (Schalke) und blog g (Eintracht Frankfurt) nach. Darüber hinaus verfolge ich den Blog (naja, fast mehr eine Website) der Spielverlagerung; für Taktik-Fans im Fußball ein Muss. Relativ neu entdeckt habe ich den Blog gegendenball, auch sehr kenntnisreich und meinungsstark.

Thema Mütter / Familien

Ich bin zu den Mütterthemen erstmals über eumom (gibt es heute so nicht mehr in Deutschland) gekommen. Kennt das jemand überhaupt noch? Das war ein Forum, in dem sich Schwangere trafen, die um dieselbe Zeit herum ihren Entbindungstermin hatten. Man nannte sich dann Mai-Mami oder Januar-Mami usw. Man tauschte sich über die typischen Wehwehchen, über Ängste, Befürchtungen, Freuden aus; daraus entwickelten sich im weiteren Verlauf manchmal recht enge Freundschaften. Ich durfte dies selbst aufs Angenehmste erfahren.

Jetzt also kein Forum mehr, dafür Blogs. Was mir da im Vergleich zu Foren fehlt: Die persönliche Beziehung lässt sich so m.E. nicht mehr wirklich herstellen, vor allem, wenn die Erlebens-Welten weit auseinander liegen. Mir bringt es als Mutter von Kindern im Alter von 6 und 11 nur wenig, wenn ich lese, wie Muttis ihren Alltag mit deutlich jüngeren (oder auch deutlich mehr) Kindern erleben. Ich bin da durch (oder einfach nicht betroffen).

Spannender finde ich es, wenn es in solchen Mamablogs (was für ein schrecklicher Name, sorry) um grundsätzliche Fragen geht, etwa um die Betreuung der Kinder, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Organisation innerhalb der Familie, Beziehungen unter Geschwistern oder zu den Großeltern usw. Die Posts müssen für mich gar nicht zwingend und auf den ersten Blick mit meiner „Welt“ zu tun haben, ich bin sehr aufgeschlossen für viele Meinungen, die meiner auch nicht entsprechen müssen. Aber dann geht es immer um spezielle Fragen/Probleme/Meinungen, nicht um das Blog als Ganzes. Ich lese es, reagiere vielleicht noch auf Twitter, das war’s. Beispiele dafür gibt es hier (Mama on the Rocks, schon cool), hier (sehr zu Herzen gehend von der Twitterin @seidmalnetter) und hier (bleibcoolmami, die Österreicherin mit Zwillingen, sehr humorvoll und „leger“). Dazu kommen dann noch die Blogs, die ich in meiner Blogroll aufgeführt habe. *

Allerdings habe ich auch schon ein Blog entdeckt, das mir unangenehm auffiel: Ich las dort sehr viel Selbstgerechtigkeit und, ja, ich empfand es so: Selbstgefälligkeit. Da ging es beispielsweise darum, wie man mit Werbeanfragen von Unternehmen umgeht (Ablage P, ist doch klar, eine einfache Mail, wie sie praktisch jede Bloggerin bekommt, ist uns zu popelig) sowie darum, etwas zum Thema zu machen, das man eigentlich nicht zum Thema machen will (Figur der Frau nach der Geburt).

Sonstiges

Auf drei Blogs möchte ich gerne hinweisen, die sich nicht einordnen lassen, weil sie so multi-thematisch sind, was ich ja eigentlich am liebsten mag. Ein Blog wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man bekommt. Manchmal sind einfach die Autoren interessant, und da kann es spannend sein zu lesen, was sie zu ganz unterschiedlichen Themen zu sagen haben. Zum einen ist dies das Blog von Gregor Keuschnig, das mich vor allem sprachlich inspiriert, zum anderen ist es das Blog des Herrn Moltroff, bissig und ebenfalls sehr gefällig geschrieben. Einen hab ich noch, auch thematisch nicht einzugrenzen, daher auch so spannend: Kleinerdrei!

* Ich habe diesen Abschnitt bearbeitet und einen Link herausgenommen. Manchmal entwickeln sich Accounts in eine Richtung, die ich dann eben nicht mehr mitgehe.

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  1. Danke fürs Empfehlen, ich freu mich riesig <333!

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