Gedanken zur Woche. Viel Zahn, wenig Fußball.

Irgendwie muss das aus meinem Kopf raus, damit wieder Platz für anderes ist. Also nutze ich dieses Blog einmal wie ein Denkarium von Prof. Dumbledore: Es sind Gedanken, die mich in dieser Arbeitswoche bewegt haben, die ich nun ablege, um mich gegebenenfalls zu erinnern und/oder Impulse für weitere Ideen zu erhalten.

Eine ZMF bloggt

Twitter ist ein tolles Medium, aber wem erzähle ich das. In dieser Woche wurde ich, wie so was immer passiert, aufmerksam auf das Blog von Frau Kunigo. Das an sich ist nicht so besonders, ein Blog halt, aber: Dort schreibt eine zahnmedizinische Fachangestellte. Nicht nur, aber auch über ihren Alltag in der Praxis. Und das auf eine mich unglaublich unterhaltende Weise. Für sie mögen die Situationen nicht immer lustig gewesen sein, doch ich hatte ein riesiges Lesevergnügen, so mit breitem (wissendem) Grinsen im Gesicht. Ich war einmal Redakteurin bei einer Zeitschrift für diese Berufsgruppe. Als dort der Online-Auftritt geplant wurde, sollte auch eine Bloggerin gefunden werden, eine ZFA (zahnmedizinische Fach-Assistentin), die aus ihrem Alltag berichtet – von ZFA zur ZFA. So eine hätte ich mir damals gewünscht. Wenn sie das hier lesen sollte: gerne bei mir melden, vielleicht geht da noch was.

Die Sache mit den Zähnen

Ich bin in der Welt des Dentaljournalismus zu Hause, immer noch. Zahnmedizin ist aus Mediensicht ein sehr überschaubarer Bereich – man kennt sich und bleibt ihm treu. Einmal dental, immer dental. Ich treffe noch heute Leute, mit denen ich vor 20 Jahren zu tun hatte, als ich meine berufliche Laufbahn bei einer zahnmedizinischen Fachzeitschrift startete. Wir reden heute über etwas mehr als 100 Printtitel, einige Online-Auftritte, die im wesentlichen die Ableger der Print-Titel sind, über wenige Journalisten, viele Account Manager und ein paar wenige PR-Agenturen, die sich in diesem Umfeld bewegen. Man ist und bleibt da unter sich.

Doch es scheint, als würde sich hier etwas bewegen: Die Industrie entdeckt als Zielgruppe verstärkt die Patienten, die optimalerweise ihren Zahnarzt darauf ansprechen, was sie gelesen oder gehört haben: Im TV wird für Zahnersatz aus dem Ausland geworben, auf den Banden im Rheinenergie-Stadion hier in Köln beim EffZeh wirbt ein Implantat-Hersteller. In der Apotheken-Umschau gehören immer häufiger Zahn-Themen zum Spektrum, auch die politischen Wochenmagazine heben immer häufiger dentale Themen ins Blatt. Vor diesem ganzen Hintergrund finde ich die Idee des Presseforums des Informationszentrums Zahngesundheit gut: Themen sollen möglichst korrekt transportiert werden, und wie sinnig, wenn diese von den Redakteuren selbst angeregt und von den Zahnärztekammern aufgenommen werden.

Dazu kommt, dass auch die Zahnärzte immer offensiver um Patienten werben – mit tollen Websites und Services. Ich selbst habe meinen jüngsten Kontrolltermin online vereinbart – und zwar hier bei meinem Zahnarzt.

Vereinbarkeitsdingens

Ich war in dieser Woche so oft unterwegs wie lange nicht mehr. Ich schlief zwar jede Nacht in meinem Bett, meine Kinder sah ich jedoch kaum. Ich hörte sie aber: „Mama, bleib hier.“ Die Tränen danach bekam ich schon gar nicht mehr mit. Das zerreißt mir noch im Nachhinein das Herz. Also gab ich mir ganz viel Mühe, achtsamer zu sein:

  • Ein Freund von mir liegt derzeit im Krankenhaus. Er bat mich, für ihn im Netz etwas nachzuschauen, da er keinen Internet-Zugang hatte. Meine Reaktion: „Das mache ich, sobald die Kinder schlafen, jetzt sind sie erst einmal dran.“
  • Heute morgen brachte ich K2 zur Schule. Sogar bis in ihre Klasse. Einfach so. Auf meine Frage, ob sie denn auch abgeholt werden wollte (normalerweise geht sie stolz alleine nach Hause), meinte sie: Ja, bitte. Also habe ich sie abgeholt und das, was noch zu tun war, eben später erledigt.

Ich will das hinkriegen: eine gute Redakteurin und eine gute Mutter sein. Wenn ich mir das jetzt so bewusst mache, fühlt es sich viel besser an als beispielsweise noch vor zwei Jahren.

Krautreporter

Sie sind nun online, und ich habe mal ein bisschen durchgescrollt. Nun ja. Spontan finde ich mich in diesem Text von Christian Jakubetz wieder; ich hatte ja auch mal begründet, warum ich dieses Projekt nicht unterstütze. Wenn Niggemeier ein Buch rezensiert, dann ist das für mich nicht so viel anders als das, was sonst von ihm zu lesen ist. Für ihn wird der Unterschied darin liegen, dass er dafür bei den „Krauts“ mehr Geld bekommt als wenn er diesen Beitrag auf seiner Seite veröffentlicht hätte (was ja möglich gewesen wäre). Interessant fand ich den Hinweis in den Kommentaren bei Jakubetz auf die Seite für „Everyone’s stories and ideas„: Das ist thematisch bunt in einem schlanken (aus meiner Sicht ästhetischen) Design. Die Neu-Erfindung des Online-Journalismus ist den „Krauts“ mit Blick darauf also nicht gelungen, wie ich finde, aber wie Jakubetz auch richtig feststellte: Das Projekt verdient Respekt und Zeit, das zu werden, was es nach Angaben der Macher einmal werden soll.

Fußballzeuch

Wir haben ja hier ein Bezahlsenderabo, weil ich so fußballverrückt bin und mich ein netter Herr aus Hamburg dazu, wenn auch auf wunderbare Weise, gedrängt hat. Nun war ich ja viel unterwegs und konnte nicht so viel von den europäischen Wettbewerben sehen, wie ich eigentlich gerne wollte; die Prioritäten hatten sich diese Woche irgendwie verschoben. Doch gestern Abend stieg ich bei Gladbach in der 65. Minute ein und erlebte einen Kommentator, dem ich sonst eigentlich gerne zuhöre, als Fanboy. War das schlimm! Es lief Gladbach gegen Apollon Limassol, eine zypriotische Mannschaft. Geredet wurde aber immer nur von der Borussia, und dass sie doch jetzt ein ernster Gegner für die Bayern wären. Zum Kotzen. So mag ich keinen Fußball schauen. Darum gehe ich morgen auch wieder live zu einem Spiel. Ich freue mich wie ein Kind auf die Partie meines HSV gegen die alte Dame aus Berlin. NUR DER HSV!

 

 

 

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