Alltägliche Absonderlichkeiten

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Ich habe den Tag heute mit einer großen Dummheit begonnen. Ich habe vor lauter Lesen, und zwar das hier, fast meine Bahn ins Büro verpasst. Eingestiegen in die Bahn stellte ich fest, dass ich ohne Geldbeutel war. Ohne Geld ist ja kein Problem, aber es war auch meine Fahrkarte drin! In dieser Sekunde nahm mein Gesicht wohl die Farbe meines pinken Mantels an. Als nächste raus, wieder nach Hause und das Portemonnaie geholt. Immerhin: Dann war mir warm.

Beim Umstieg in der U-Bahn-Station stand ich auf der Rolltreppe hinter einer Frau mit kunstvoll zusammen- und hochsteckten Haaren. Ich bewunderte ihre Energie, morgens sich Zeit dafür zu nehmen, eine so tolle Frisur zu zaubern, wissend, dass sie den Tag nicht übersteht. Und mir fiel ein: Ich male ja auch die Lippen an, obwohl vieles davon dann an der Kaffeetasse hängenbleibt. Wir Frauen sind schon verrückt.

Bei Gruner&Jahr werden elf Redakteurinnen von „Brigitte“ entlassen. Ich lese die Zeitschrift zwar nicht, aber ich fühle mit den Kollegen und Kolleginnen. Ich fürchte, dass sich viel in Richtung online verlagert. Und diesen Auftritt dürfen dann private Bloggerinnen für wenig Geld oder sogar für lau mit Content füllen. Man spielt da mit dem Aufmerksamkeitsbedürfnis von Frauen/Müttern, die das auch für wenig Geld oder gar für lau machen. Und sich gut dabei fühlen. Es sei jeder von Herzen gegönnt, aber im Ergebnis kann das nicht befriedigen. Mich jedenfalls nicht. Und es ist ein Grund, warum man mich für so etwas nicht gewinnen könnte.

Wir sind beim Fußball

Heute ist DFB-Pokal, und mein HSV spielt gegen die Bayern. Als Kind habe ich solchen Spielen entgegen gefiebert. Das war für mich DAS Spiel schlechthin. Ich war tagelang superglücklich, wenn der HSV das Ding gewann, und in Tränen aufgelöst, wenn es in die Grütze ging. Das hat sich ein wenig verändert; ich habe jetzt Bauchweh, richtiges Bauchweh, denn ich mag nicht zuschauen, wenn mein Verein sportlich zerlegt wird. Ich werde also nicht hinschauen – gegen den BVB hat das ja auch geholfen.

In diesem Zusammenhang musste ich dann doch zweimal hinschauen: Mir folgt auf Twitter seit heute ein Bayernfan. Ob der sich wohl vor Schadenfreude in die Hose macht, wenn ich missmutig durchs Netz labere? Witzig hat der @Mykx darauf reagiert:

Als ob das alles nicht reicht, machen andere zum gefühlt 1000. Mal die Akte Calhanoglu auf. Ich kann es echt nicht mehr hören oder lesen. Der unsägliche Lothar Mätthäus (im übrigen wohl das Vorbild von Herrn Kreuzer) muss zu allem seinen unmaßgeblichen Senf dazugeben und längst Gegessenes wieder aufwärmen. Wen interessiert so was überhaupt? @hertizworld hat eine gesalzene Replik verfasst, ich mag dazu nur noch drei Dinge sagen: 1. Er hat beim HSV eine Zeit lang sehr gut gespielt, schöne Tore erzielt und den Fans viel Freude gemacht. Mir auch. 2. Über die Vertragsdetails wissen nur zwei Seiten genau Bescheid, und die sollten ihr Wissen einfach mal für sich behalten, es gehört nicht in die Öffentlichkeit. Mich interessiert das auch nicht. 3. Die Art und Weise, wie Herr C. seinen Wechsel erzwang, war mehr als schäbig! Ein Schlag ins Gesicht all jener, die ernsthaft psychisch erkrankt sind. Und das verzeihe ich ihm aus wichtigen Gründen nie!

Kinder, Kinder

Da ich mich ja oft genug auch ärgere über meine Brut, muss auch mal gesagt werden, wenn sie richtig Spaß macht. Etwa wenn mich K2 herzzerreißend um etwas bittet und dann cool feststellt, dass das bei mir ja gar nicht funktioniert. Wenn sie begeistert von einer Geburtstagsfeier eines gehandicapten Kindes wiederkommt, das sie beim Abschied so innig umarmte, dass mir das Herz aufging. Diese Selbstverständlichkeit, mit der Kinder untereinander (ob mit oder ohne Behinderung) umgehen, ist einfach nur großartig. Oder wenn ich mein K1 in die Arme nehme und einfach denke, wie hübsch ich sie finde.

Vom Kinde zum Manne, das geht schnell. Auch andersrum. Zu beobachten am Verhalten so mancher Vertreter dieser Spezies. Sie pflegen Beziehungen einfach anders als wir Frauen. Als ich. Das ist manchmal sehr reizvoll – etwa, wenn sich der ehemalige Partner, dem ich seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden bin, nach nem halben Jahr wieder meldet, und es sich anfühlt, als sei es erst gestern gewesen. Das ist manchmal aber auch irritierend. Dann, wenn die erste Rückmeldung nach beleidigtem Rückzug so ein albernes Emoticon via Whatsapp ist.

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Was den verlinkten Artikel angeht, so hätte mir das auch passieren können. Fand ich auch spannend.
    Dass man als Frau im Zeitalter kussechter Lippenstifte diesen unverändert an Kaffeetassen verliert (iiiiih!), war mir neu.

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    1. mrscgn sagt:

      Hihi. Die wirklich kussechten muss Frau ständig mit einem Fettstift nachziehen, sonst trocknet er aus und fühlt sich grausam an. Also lieber einen herkömmlichen Stift und ab und zu, wenn gewünscht, nachpinseln. Allein dieser Akt des Nachziehens hat was. Du verstehst .. ? 😉

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      1. oh ja, ich verstehe durchaus! Ich verzichte aber #ausGruenden darauf, mir dies weiter bildhaft auszumalen.

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