Wenn schon, denn schon. #Ekelday2014

Der verehrte Herr @Moltroff hat heute den #Ekelday2014 ausgerufen.

Als hätte er eine Vorahnung von meinem irren Tag gehabt. Ich will diesen einfach mal dokumentieren:

Der Wecker klingelt um 5:30 Uhr. Ich halte das immer so, damit ich mir morgens im Bad für Haut und Haar Zeit nehmen kann. Ich habe keine Ahnung, wie das alles passiert ist, aber ich habe ihn ausgestellt und bin wieder eingeschlafen. Um Himmels Willen! Aufgewacht bin ich um 6:00 Uhr.

Um 7:00 Uhr kann ich meine Augen vor Müdigkeit kaum offen halten, mein Kopf ist schwer, der Becher mit Kaffee steht vor mir, und der wird langsam kalt. Das ist dann der Punkt, an dem ich denke, dass kalter Kaffee einfach nicht wirkt.

7:40 Uhr, K1 ist schon unterwegs, als das K2 anfängt zu überlegen, was es anzieht. Und sich natürlich weder um das Wetter, noch um den Fleck auf dem Shirt von gestern schert. Ich war soweit, es im Schlafanzug in die Schule gehen zu lassen. Um 8.10 Uhr (!) verlässt das Kind das Haus, sauber und einigermaßen angemessen gekleidet, gerade noch so pünktlich, ich bin immer noch nicht fertig.

Um 9.10 Uhr sitze ich im Büro, und dann das hier:

Irgendwie läuft es dann doch wieder, ich kann bis 12:30 Uhr arbeiten. Mit zwei Tassen Kaffee. Dann in die Bahn zum Business-Lunch in die Innenstadt. Mir fährt eine Bahn vor der Nase weg, was 9 Minuten warten in der Eiseskälte bedeutet. Ich stehe dabei zwar direkt am Weihnachtsmarkt, aber Glühwein, wenn’s ums Geschäft geht? Never! Ich bin 5 Minuten zu spät, und ich hasse es.

14:30 Uhr mit dem Bus zum Bezirksrathaus. Nachdem mir vor drei Wochen das Portemonnaie geklaut wurde, benötige ich nun alles neu: Personalausweis und Führerschein. Erst einmal ärgere ich mich, weil die Busfahrt ewig dauert. Man sagt ja immer: In der Großstadt braucht man kein Auto. Das stimmt genau so lange, bis man auf den Bus angewiesen ist. Der fährt so gut wie nie direkt dorthin, wohin man möchte, sondern bekommt immer eine kleine Stadtrundfahrt dazu. Heute das Severinsviertel. Wer das kennt, weiß, wie man im Bus anfängt, nervös zu werden, wenn davor die Abfallwirtschaftsbetriebe ihre Arbeit tun. Ich verpasse also wieder eine Bahn und stehe erneut in der Kälte.

15:20 Uhr im Bürgeramt, und ich falle beinahe in Ohnmacht:

Eine Karteiblattabschrift! Im 21. Jahrhundert! Da mein rosafarbener Führerschein nicht in Köln, sondern in München ausgestellt wurde, brauche ich diese Abschrift. Wäre es schon das neue Kärtchen gewesen, hätte ich das Problem nicht, denn diese Daten seien zentral erfasst. Ich sag’s heute schon ganz oft: #Ekelday2014 Immerhin: Die Dame im Amt ist wirklich nett, sie gibt mir die Faxnummer, an die das KVR München diese Karteiblattabschrift (ich glaube, das wird mein neues Lieblingswort) senden kann, außerdem eine Telefonnummer, unter der ich fragen kann, ob das Fax angekommen sei, so dass ich nicht umsonst wiederkomme. Knapp 30 Euro gelöhnt und wieder raus.

16:00 Uhr Busfahrt nach Hause. Der fährt nahezu die Strecke, die ich auch mit dem Auto fahren würde und braucht trotzdem gefühlt unendlich viel länger. Am Schwimmbad müssen Leute draußen bleiben, weil der Bus übervoll ist. Ich weiß nicht, wie ich später aus dem Bus rauskomme. Aber mein Geldbeutel ist noch da.

Es ist 17:00 Uhr, und ich marschiere gen Schule von K1 zum Elterngespräch. Eine viertel Stunde Fußweg bedeutet das (oh, ich vermisse mein Auto so), aber: Mir wird warm! Das Gespräch ist endlich mal ein ermutigendes, die Lehrerin macht einen supernetten Eindruck, das habe ich an dieser Stelle durchaus schon anders erlebt. Ich hatte das hier schon mal ausführlich dargelegt.

Um 18:00 Uhr dann meine zweite Schicht am Rechner, Interview schreiben, in einen Artikel Korrekturen einarbeiten. Per Mail verschicken. Ich bin zu spät beim Abendessen und sitze praktisch alleine da. Stünde ich nicht unter Strom (und Druck), ich würde spätestens jetzt anfangen zu heulen.

20:00 Uhr, wir backen Muffins. K2 feiert morgen den Geburtstag mit ihren Freunden. Das wird zwar auswärts stattfinden, aber Verpflegung muss mitgebracht werden. Der Mann hilft mit, und in sagenhaft kurzer Zeit sind die auch schon fertig.

Um 20:45 Uhr setze ich mich zum letzten Mal hin, um Korrekturen zu machen, das geht sogar viel schneller als sonst. In solchen Dingen bekommt mir Druck/Stress offenbar gut, dann steigt die Konzentration, dann lenkt nix ab, auch kein maulendes, nicht-schlafen-könnendes Kind. Das darf der Papa dann beruhigen und ins Bett bringen.

Irgendwie klappt vieles dann doch, aber es bleibt das Gefühl eines wirklich gebrauchten Tages. Nur Rennerei, unglaublich viel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln, nur Arbeit, nur Gedanken daran, was andere jetzt von mir brauchen – diverse Texte zum Beispiel, meine Meinung oder eben eine Karteiblattabschrift. Verdammte Axt: Wann bin ich mal dran?!

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