Über die #12bookschallenge hinaus gerne gelesen

Ich habe hier schon öfter meine Leidenschaft fürs Lesen thematisiert und diese inzwischen sogar ein wenig mit der #12bookschallenge institutionalisiert. Aber ich lese auch viel im Netz: Blogposts sehr gerne, ausführliche und gut recherchierte Geschichten .. Ich möchte Euch heute teilhaben lassen verschiedenen Texten, die ich einfach mal gesammelt habe.

Ein relativ uneitler Journalist

Das klingt fast nach einem Oymoron, aber aus meiner Sicht ist Christian Jakubetz so einer. Ich schätze ihn als Autor, folge ihm sehr gerne auf Twitter und retweete fleißig seine Links auf Blogposts. Sein Journalismus ist sachlich, begründet, fair. Ich lese seine Beiträge einfach gerne, weil sie so fundiert und aus meiner Sicht nicht tendenziös sind. Und: Es geht ihm eben höchstselten um sich selbst – eine unter vielen Journalisten selten gewordene Eigenschaft, und ja, ich spiele hier klar auch auf so manchen Krautreporter an.

Pointierte Kritik am Betroffenheitsjournalismus

Das ist ein sehr aktueller Beitrag, auf den ich durch den @smwatchblog aufmerksam wurde (unbedingt folgen), der mir aus der Seele spricht. Ich habe den dort auch zitierten Satz von Hajo Friedrichs quasi verinnerlicht, er hat mein Dasein als Journalistin nachhaltig geprägt: sich nicht gemein machen, auch nicht mit einer guten Sache. Ich würde niemals professionell (!) über etwas oder jemanden berichten, dem ich emotional verbunden bin. (Wer jetzt damit kommt, ich würde ja auch über meinen Herzensverein bloggen: Ja, das tu‘ ich. Als Fan. Nur als Fan – nicht als Reporter oder Redakteur.).

Dem „Sportjournalismus“ fies auf den Zahn gefühlt

Toller Link zu einem Blogpost von gegendenball.com via Lisas Welt. Ich hatte mich spontan bei der Ankündigung gefragt, warum ich Lisas Welt denn nicht auf Twitter folgen würde. Die Auflösung folgte auf dem Fuße: Ich kann nicht mit Bayernfans. Das richtet sich nicht gegen die Menschen, die diesen Verein mögen, persönlich – kann ja auch gar nicht, da ich sie nicht kenne. Diese Anti-Haltung ist unerklärlich, sie ist völllig irrational und sicher nicht souverän, aber das halte ich dann aus.

Das Wagnis Ausführlichkeit im Netz

Das Projekt 120minuten.net begleite ich als Leserin sehr wohlwollend. Ich schätze ausführliche Beiträge, die einem Thema auf den Grund gehen bzw. es zumindest versuchen. Ich wünschte mir hier mehr Regelmäßigkeit, kann die Unregelmäßigkeit aber absolut nachvollziehen. Das machen Leute in ihrer Freizeit, und ich merke ja selbst, wie lange es dauert, wirklich zu recherchieren für einen Blogpost und ihn eben nicht einfach so runterzuschreiben.

Dienstleistungsproletariat

Einer meiner liebsten Follower und Followees auf Twitter,  @Knuddelpapst, retweetete mir diesen Link in die Timeline. Danke dafür. Es tut beim Lesen weh. Und manche mit ihrem Montags-Mimimi, die in gut bezahlten Jobs arbeiten, sollten das mal lesen. Das relativiert vieles.

Besser Twittern ?

Luxusprobleme mit Blick auf den vorherigen Link. Ich habe das Geschäftsmodell von Twitter immer noch nicht verstanden. Und dass man als Unternehmen Twitter braucht, sehe ich auch nicht so. Aber was weiß ich schon.

Wenn Menschen Ablehnung fürchten

Diesen Blogpost habe ich in mehreren Anläufen lesen müssen. Ich finde ihn an vielen Stellen redundant und leider auch nicht sonderlich gut geschrieben. Aber das Thema ist interessant: Was Menschen aus Angst vor Ablehnung alles so tun oder auch lassen. Für mich hat sich da einiges aus meiner Umgebung erklärt, denn mir sagt man nach, gelegentlich schroff/ablehnend rüberzukommen. Ablehnung einer bestimmten Verhaltensweise, ja. Aber das heißt ja nicht Ablehnung der Person. Nur: Diesen Unterschied macht die Person, deren Verhalten ich u.U. ablehne, so nicht. Da haben wir das Dilemma.

Das Scheitern wird für gescheitert erklärt

Das ist nicht meine Erkenntnis, sondern die von @Mama_notes, und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich geneigt, ihr zuzustimmen. Was mich ja an diesen vielen Beiträgen zum Thema „Mein Scheitern“ stört, ist die Unverhältnismäßigkeit. Offensichtlich habe ich eine ganz andere Vorstellung davon, was „scheitern“ überhaupt heißt. Scheitern, weil das Alles-auf-einmal-Wollen nicht immer so richtig klappt, ist in meinen Augen keines, sondern Ausdruck eines „Bugs“ im Erwartungsmanagement. Wenn ich erwarte, dass es rote Rosen regnet, und es kommt dann nur kalter Regen, dann bin ich nicht gescheitert, sondern sollte mal meine Erwartungen überprüfen. Und bei der Gelegenheit vielleicht auch gleich mit, woher denn diese Erwartungen immer kommen. Ich habe bemerkt, dass es keine gute Idee ist, den (vermeintlichen) Erwartungen anderer, etwa pauschal der Gesellschaft, genügen zu wollen. Aber das ist ein anderes Thema …

Aufruf zum Boykott einer blöden Zeitung

Der ebenfalls sehr geschätzte @moltroff hat einen Boykott-Aufruf gestartet und dazu einen Hashtag entwickelt. Er hat das gut begründet, wie ich finde, und dennoch: Ich sehe es anders. Dass auch negative Aufmerksamkeit eben Aufmerksamkeit ist, habe ich als Mutter von Jesper Juul gelernt. Und die erwähnte Postille verdient aus meiner Sicht keine wie auch immer geartete Aufmerksamkeit. So lange sie – auf welche Art auch immer – im Gespräch bleibt, bietet sie einen Grund, angeklickt und tatsächlich gelesen zu werden. Genau das will ich ja verhindern. Vielleicht würde ein konsequenter Anzeigenboykott der werbetreibenden Industrie es schaffen, einen Veränderungsprozess einzuleiten, wie neulich in einem Tweet geäußert. Doch wie realistisch ist so ein Szenario? Meine Hoffnung heißt: Leserschwund. Es werden immer weniger. In einem Zeitraum von 25 Jahren hat sich deren verkaufte Auflage nahezu halbiert. In einem Vierteljahrhundert redet dann keiner mehr über sie. 🙂

 

 

 

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