Keep cool & competitive – Warum ich in Wettbewerben nichts Böses sehe

Am vergangenen Wochenende war ich auf Einladung meines Arbeitgebers in Berlin. Es gab Workshops, Gelegenheiten, einander kennenzulernen (Firma operiert an mehreren Standorten) und auch „The Spiel“, einen lustigen Wettbewerb zufällig zusammengestellter Teams, die an sechs Stationen Punkte sammeln mussten. Es war alles ein großer Spaß, und was soll ich sagen: Ich habe mich wie ein Kind gefreut, zum Siegerteam gehört zu haben. Wir haben das ausgelassen gefeiert, wurden von allen beglückwünscht und haben am nächsten Tag die gewonnene Massage genossen. Ich hatte mich auch am 1. Juni ausgelassen und aus tiefem Herzen darüber gefreut, dass mein Herzensverein die Relegation gegen den Karlsruher SC überstand und den Klassenerhalt damit schaffte.

Doch es mehren sich die Stimmen, die meinen, dass solche Freude ganz grundsätzlich übertrieben, ja falsch sei. Warum? Wo es Sieger gibt, da gibt es auch Verlierer. Und wie mögen die sich wohl dabei fühlen?, wird in solchen Fällen oft gefragt. Ich bin schon der Meinung, dass Häme für den Verlierer völlig deplatziert ist, das wäre aus meiner Sicht auch einfach unsportlich. Doch daraus abzuleiten, sich nicht mehr freuen zu dürfen, erscheint mir einigermaßen absurd.

Ein sehr spezieller Fall dieses Verhältnisses von Sieger und Verlierer begegnete mir bei Twitter:

Christine schreibt in dem dazugehörigen Blogpost unter anderem folgendes:

Sport sollte Spaß machen und ein positives Körpergefühl vermitteln. Aber die Bundesjugendspiele leben von Wertung: Aufwertung und Abwertung einzelner auf Kosten anderer. Oft ist das Lehrpersonal auch noch so unsensibel, die Unterschiede zwischen den Kindern besonders herauszustellen bei der anschließenden Vergabe der Urkunden in der Klasse. Bei einem Wettkampf gehöre es dazu, heißt es dann. Aber welchen Sinn hat ein Wettkampf, dem man sich nicht freiwillig stellt und bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie am unteren Ende der Leistungsskala sein werden?

Aus meiner Sicht ist diese Argumentation an vielen Stellen nicht schlüssig. Ich will das gerne begründen:

Sport sollte Spaß machen und ein positives Körpergefühl vermitteln.
Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen, doch worum geht es hier? Die Bundesjugendspiele sind ein einmalig im Jahr stattfindendes Ereignis, bei dem sich die Schüler einer Klassenstufe miteinander messen. Was spricht dagegen, dass das Spaß macht? Sportlich keine Bestleistungen zu bringen impliziert nicht zwangsläufig den Mangel an Spaß. Es ist immer eine Frage der individuellen Einschätzung. Es gibt viele Dinge, die Menschen – große und kleine – gerne tun, ohne dabei Bestleistungen zu erbringen. Wäre es hier also nicht Aufgabe der Erziehungsberechtigten und der Pädagogen, den Spaß am Wettbewerb ein wenig zu wecken? Denn in der Regel haben den Kinder, meine beiden spielen regelmäßig „wer als Erste oben ist“, „wer als Erste am Auto ist“. Es ist ein Spiel.

Aber die Bundesjugendspiele leben von Wertung: Aufwertung und Abwertung einzelner auf Kosten anderer.
Die Zielsetzungen der Spiele sind sicher vielfältig, aber zu unterstellen, dass es darum ginge, auf Kosten anderer die Kinder klein- oder großzumachen, geht aus meiner Sicht fehl. Wenn ein Kind die 100 m in 13 Sekunden läuft, das andere dafür aber 16 Sekunden braucht – wo ist da die Auf- oder Abwertung? Es ist eine Feststellung, dass ein Kind schneller läuft als das andere, eine gemessene Zeit. Das schnellste Kind erhält eine Urkunde, dass es das schnellste Kind von allen war, dem anderen Kind wird eine erfolgreiche Teilnahme bestätigt. Ich sehe hier, ehrlich gesagt, kein Problem und schon gar keine Abwertung. Die, so mein Eindruck, findet im Kopf der Betroffenen oder eben anderweitig Beteiligter (Kinder, Lehrer, Erziehungsberechtigter) statt. Das Problem scheint mir also eher da zu liegen, und dafür wollen wir die Spiele ganz abschaffen? Wie halten wir es dann mit anderen Fächern, in denen über die Noten ja auch irgendwie Wettbewerb stattfindet, in den eigentlich keiner freiwillig geht? Schaffen wir den Mathematik-Unterricht kurzerhand ab, weil viele von sich sagen, dass sie das eh nie so gut wie die Besten der Klasse können, und weil ihre Gefühle verletzt werden, wenn sie als einzige eine Fünf in der Klassenarbeit schreiben? Und wer hat schon Spaß an Mathe, nicht wahr?

Oft ist das Lehrpersonal auch noch so unsensibel, die Unterschiede zwischen den Kindern besonders herauszustellen bei der anschließenden Vergabe der Urkunden in der Klasse.
Das sehe ich ganz genauso. Mangelnde Sensibilität im Umgang mit Noten, im Umgang mit unterschiedlich leistungsstarken Schülern beobachte auch ich. Problematisch daran finde ich aber nicht den Unterricht selbst oder die Tatsache, dass Klassenarbeiten (die immer auch einen Vergleich enthalten) geschrieben werden. Hier sind die Pädagogen gefragt. Ihre Ausbildung gehört dahingehend fortgeschrieben, auf die Unterschiedlichkeit der ihnen anvertrauten Kinder angemessen zu reagieren. Ich sehe das als ein Prozess, der niemals abgeschlossen ist, sondern täglich eine Aufgabe bedeutet, bei der auch die Lehrkräfte nicht immer perfekt sind, nicht perfekt sein können – es sind eben auch Menschen. Aber deshalb den Unterricht, die Tests, die Klassenarbeiten abschaffen?

Aber welchen Sinn hat ein Wettkampf, dem man sich nicht freiwillig stellt und bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie am unteren Ende der Leistungsskala sein werden?
Auch hier zeigt sich deutlich, dass es offensichtlich eine Kopfsache ist. Warum impliziert ein vermeintliches Nicht-so-gut-Können die Absenz von Spaß? Das ist in meinen Augen ein absolut individuelles Empfinden. Nur ein Beispiel: Auch ich war keine Sportskanone und bei Sportfesten (so hieß das damals in der DDR und war deutlich leistungsorientierter als wir das heute hier erleben) regelmäßig bei den Durchschnittlichen bis Unterdurchschnittlichen. Na und? Ich habe mich durch die Top-Leistungen meiner Klassenkameraden angespornt gefühlt, mich anzustrengen, die Klasse hat jeden angefeuert, jeden! Und bejubelt wurde jeder, der sich sichtlich Mühe gab, jeder. Denn genau darum ging’s. Letztlich waren meine Leichtathletik-Ergebnisse am besten auf diesen Sportfesten. Im übrigen hat mich mein eigenes Minder-Vermögen nie daran gehindert, mich für andere zu freuen (Stichwort: Empathie!). Wie ein Kind!

Nachtrag: Über die offene FB-Seite von Christine bin ich auf einen lesenswerten Blogpost gestoßen. Diesen schrieb eine Lehrerin (!). Darin erzählt sie zunächst, wie sie als Kind die BJS erlebt hat und kommentiert dies aus heutiger Sicht. Mein erster Gedanke: So geht es eben auch. Mit Freude an der gemeinsamen Zeit, mit Spaß gerade dann, wenn eine Disziplin in die Hose geht, mit Empathie und positiver Einstellung.

Wettbewerb ist nicht böse

Daher plädiere ich für einen anderen Umgang mit Wettbewerb. Er ist nicht grundsätzlich böse, wir erleben ihn täglich: um einen Job oder einen Auftrag (durchaus nicht immer freiwillig), um einen Partner oder auch um ein politisches Mandat. Wir müssen wegkommen davon, dass eine Note beziehungsweise eine Leistung in einer einzelnen von ganz vielen Disziplinen im Leben die alleingültige Aussage über einen Menschen bestimmt. Nur, weil ein Mensch Weltmeister im 100m-Lauf ist, macht ihn das nicht automatisch zu einem Mr. Perfect – und ebenso wenig ist der, der nie Weltmeister im 100m-Lauf wird, ein Loser. Exakt das den Kindern beizubringen, ist Aufgabe von uns allen, sowohl der Pädagogen als auch von uns, den Eltern.

Was ist das für eine Botschaft an die Kinder, wenn wir ihnen alles aus dem Weg räumen, was potenziell Enttäuschungen bereithalten könnte? Solche Erfahrungen müssen nicht zwangsläufig traumatisch sein, ganz im Gegenteil. Daraus kann auch Kraft erwachsen. Die Abschaffung der Bundesjugendspiele wäre in meinen Augen ein völlig falsches Signal und löste nicht das sich dahinter verbergende Problem. Ich werde die Petition daher nicht unterschreiben.

PS: Mein Mann sieht es übrigens ebenso. Er gehörte in seiner Schulzeit auch zu den „Low-Performern“ bei den Bundesjugendspielen, die hier im Fortuna-Stadion stattfanden. Er sagt, er könne sich nicht daran erinnern, dass sich auch nur einer beschwert hätte, wenn er nicht zu den Top 3 gehörte. Er wusste immer: Okay, Sport ist nicht so mein Ding, ich kann anderes besser. Und: Es war einfach immer ein Riesenspaß.

PPS: Autorisiertes Kurz-Interview mit K1. Sie findet die BJS eigentlich sehr lustig, sie hat als eine, die sportlich zu den Semi-Performern gehört, viel Spaß dabei. Was sie aber bemängelt, ist der Umgang der Lehrer damit, die aus ihrer Sicht „nicht fair damit umgehen“, sie sähen immer nur die Besten und würden die weniger Guten einfach vergessen. (Persönliche Anmerkung meinerseits: Es geht eben nicht um die Spiele an sich, sondern darum, was Pädagogen und manchmal auch Eltern daraus machen!)

 

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11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mamamotzt sagt:

    Die Beschreibung als Feststellung einer Leistung, nicht als Auf- oder Abwertung, gefällt mir sehr gut!
    Mir persönlich und meiner ganzen, sehr großen, Sippe gefallen die BJS, ein schulfreier Tag und die Möglichkeit, andere Klassen „zu beobachten“. Besonders schön in höheren Jahrgängen und generell ein Festtag.
    Dass die Ergebnisse im unteren Drittel absolut nicht „nicht bejubelnswert“ ist hier schön erklärt!

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  2. Katharina sagt:

    Was spricht gegen Christines Idee der Freiwilligkeit? Auf dass jene teilenehmen und Spass haben können, denen das tatsächlich Freude macht?

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    1. mrscgn sagt:

      Liebe Katharina,

      Danke für Deinen Kommentar.

      Die Bundesjugendspiele sind, soweit ich das weiß, Teil des Lehrplans in Sport (als Beispiel mal Hessen, da in D Bildung ja Ländersache ist: http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/lehrplannavigator-s-i/hauptschule/sport-/hinweise-und-beispiele-sport-/schulinterner-lehrplan-sport-hs.html ), da lässt sich nicht einfach Freiwilligkeit einrichten. Und wieder meine Frage: Welches Signal wäre das denn? Es folgen doch sofort weitere Begehrlichkeiten. Ich zum Beispiel finde die Bewertungen in Kunst und Musik grenzwertig, aber deswegen will ich den Unterricht doch nicht abschaffen oder die Freiwilligkeit postulieren.

      Ich frage mal anders herum: Was spricht denn dagegen, die BJS einfach attraktiver, netter und somit zum Erlebnis für alle zu machen? Sportlicher Wettbewerb mit allem, was dazu gehört (ja, auch Sieger und Verlierer), kann Energie und Ehrgeiz freisetzen, das Miteinander fördern (Klassen gegen Klassen antreten lassen in Mannschaftssportarten). Sport ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für den Geist. Und gerne weise ich noch einmal darauf hin, da Christine die Empathiefähigkeit von Kindern erwähnte: Wo bleibt die bei solchen Sportfesten? Warum können sich Kinder, die nicht zu den Allerbesten gehören, sich nicht einfach für die anderen mitfreuen? Gibt es dieses Konzept heute nicht mehr? Habe ich da was verpasst?

      Ein schöner Hinweis auf FB von M. Graf:

      Es gibt sicherlich auch Kinder die hier aber auch endlich mal Anerkennung bekommen koennten und sonst wenig Gelegenheit bekommen zu glaenzen.

      Das funktioniert aber nicht, wenn wir Freiwilligkeit draus machen. Dann versammeln sich die Sportfans beim Sport, die Mathe-Spezis beim Mathe-Unterricht, und die Künstler treffen sich beim Gestalten und Singen? Das entspricht nicht dem Bildungsauftrag.

      So, wie ich es verstehe, geht es vordergründig gar nicht um die Spiele, sondern darum, dass bewertet wird, dass Low-Performer ausgelacht werden u.ä. Das Phänomen hat der Sport aber nicht exklusiv. Wenn es diesbezüglich Probleme gibt, gehören die vor Ort in den Schulen mit den Pädagogen und Eltern gelöst und nicht auf ein Sportfest mit welchem Namen auch immer abgewälzt. Meine Meinung.

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      1. Nria sagt:

        „Das funktioniert aber nicht, wenn wir Freiwilligkeit draus machen. Dann versammeln sich die Sportfans beim Sport, die Mathe-Spezis beim Mathe-Unterricht, und die Künstler treffen sich beim Gestalten und Singen? Das entspricht nicht dem Bildungsauftrag.“

        Aber genau das ist doch der Fall! In allen anderen Fächern sind Wettbewerbe freiwillig. Funktioniert bestens in allen anderen Fächern.
        Warum braucht man dann für Sport einen, der sowohl verpflichtend als auch öffentlich ist?

        Die Sportspezis können im Sportunterricht und in Sportvereinen und in Sportwettbewerben glänzen.

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  3. Maike Tepper sagt:

    Super, bin auch ein absoluter Fan der Bundesjugendspiele – obwohl ich meist nur mit Siegerurkunde heim ging. Wir haben den Tag geliebt – es war frei, wir hatten Sommer, es gab nachher von unserer Lehrerin ein Eis und wir haben uns im Staffellauf oder Tauziehen über die Klassenergebnisse gefreut. Ganz wichtig, dass diese Spiele bleiben:

    a) weil das Leben später auch ab- und an ein Wettkampf ist
    b) weil man für etwas kämpfen muss
    c) weil es dazu führt, dass unsere Kinder beweglich bleiben und mit den BJS vor der Tür auch immer ein bisschen mehr sportelten
    d) weil wir schon keinen Schwimmunterricht mehr an Schulen haben und das sich nun auch rumgesprochen hat, dass das falsch war
    e) räumen wir den Kindern nicht jedes kleines Steinchen aus dem Weg, so dass sie nachher nur noch durch das Leben stolpern.
    f) weil es vielen, vielen Kindern richtig Freude macht
    g) weil viele Kinder in den „verkopften“ Fächern nicht so gut sind und sich ein Jahr lang auf ihre Ehrenurkunde freuen

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    1. mrscgn sagt:

      Liebe Maike,
      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Inzwischen wird klar, dass es genau um zwei Problemfelder geht: die Pflicht zur Teilnahme sowie die potenzielle Demütigung. Ich arbeite an einem weiteren Blogpost dazu, weil mir einfach nicht in den Kopf will, dass so ein simples Sportfest mit olympischem Charakter dafür herhalten soll, grundsätzliche Fragen, die mit dem Sport vordergründig mal gar nichts zu tun haben, auf die Agenda zu heben.

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  4. @Buje78 sagt:

    Die Diskussion um die Bundesjugendspiele ist so unfassbar dämlich. Passt aber zu dieser vorherrschenden Mate-Tee-Kultur. Ich hatte immer Ehrenurkunden.

    Warum schreibe ich solch eine provokante und steile These?

    Zunächst, ich hatte immer nur Ehrenurkunden und freue mich heute noch, dass ich somit Autogramme des wunderbaren Bundespräsidenten von Weizsäcker mein Eigen nennen darf.

    Und weiter ist es für mich offensichtlich, dass die Sporterziehung immer mehr leidet. Kinder bewegen sich immer weniger und werden immer dicker. Die spielerische Konkurrenzsituation, die bei den BJS erzeugt wird, ist für mich motivations- und leistungsfördernd (einzige Einschränkung wäre eine mangelnde pädagogische Kompetenz des Lehrers.)

    Und grundsätzlich finde ich es gar nicht so schlecht, wie Sportförderung in den USA (und zum Teil auch damals in der DDR – nur ohne Doping) funktioniert und dass da für alles Mannschaften gebildet werden und Wettkämpfe statt finden. Dagegen sind die BJS nur ein Witz.

    Aber wenn der Tjard der Mate-Tee trinkenden Eine Welt Laden Mama, eben ein Pummelchen, oder Klappergestell ist, dann muss man natürlich Amok laufen.

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  5. danico sagt:

    Ich bin schockiert von der Mutter. Sie macht nämlich 2 entscheidende Fehler.

    Stellt sie selber Ihren Sohn in der breiten Öffentlichkeit bloß und diskriminiert ihn damit. Ich möchte nach dieser Welle, nicht in der Haut den Buben stecken, der nun auf dem Schulhof zum Abschuss frei gegeben ist.
    Begründet sie ihre Petition mit 1. Diskriminierung (die sie selber aber hervorruft) und 2. mit ihren eigenen schlechten sportlichen Leistungen.

    Und anstatt sich zu schämen, ihren eigenen Sohn als Versager, Heulsuse und Mamasöhnchen zu outen, zieht man Menschen an, die nur ob ihrer eigenen schlechten Erfahrungen urteilen und unterschreiben. Mittlerweile duldet sie sogar beleidigende Posts auf ihrer Seite.

    Meine Tochter ist 12, eigentlich recht sportlich, aber auch sie hat keine Siegerurkunde bekommen. Wenn ich nun auf FB oder Twitter geschrieben hätte, das sie deswegen heult, hätte sie mich gefragt, ob ich noch ganz frisch in Kopf bin. Cybermobbing von der eigenen Mutter initialisiert, die sich auch noch Politikerin schimpft, geht gar nicht.

    Danke

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    1. mrscgn sagt:

      Danke für den Kommentar.
      Tatsächlich ist ihr Sohn betroffen:

      Allein das hätte mir persönlich das Herz gebrochen: Das eigene Kind leidet unter dem, was die Mutter tut. Mir wären die BJS das nicht wert. Aber gut, das ist eine individuelle Entscheidung.

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      1. danico sagt:

        Ja, da sieht man mal, was Helikoptereltern anrichten an ihren Kindern. Ich kann nur hoffen, das sie daraus lernt.

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  6. Nria sagt:

    Gegen Wettbewerbe spricht gar nichts.
    Gegen öffentliche Zwangswettbewerbe für alle schon. Besonders gegen Zwangswettbewerbe für alle, die für sehr viele eben nicht lustig sind. Meinst du, die ganzen Stimmen gegen die BJS kommen aus dem Nichts? Es gehört leider nicht zum Standard, dass sie toll ablaufen und Spaß machen.

    Bei uns lief es so:
    Einmal im Jahr gab es Bundesjugendspiele. Alle mussten teilnehmen. Vorbereitung gab es nichts. Gar keine. Nicht eine einzige Schulstunde.
    D.h. die BJS fingen in der ersten Klasse gleich ganz toll damit an, dass man während der BJS zum allerersten Mal Weitsprung, Weitwurf und 100m-Lauf machte (das waren die einzigen drei Disziplinen). Selbst am Tag der BJS gab es keinerlei Übungen; mir wurde während der „Prüfung“ gezeigt, wie die Technik geht und der allererste Versuch wurde bewertet, während die halbe Schule zusah.
    Du kannst dir bestimmt vorstellen, wie spaßig, motivierend und selbstbewusstseinsfördernd das war und wie sehr es mein Interesse an Sport gesteigert hat.

    Wie sähe es aus, wenn es ein anderes Fach beträfe? Nehmen wir Musik.
    Stellen wir uns vor, es gäbe einen Bundesmusikwettbewerb, an dem alle Schüler einmal jährlich teilnehmen müssen. Jeder Schüler muss ein bestimmtes Stück (natürlich kein Anfängerstück, wo kommen wir denn da hin, wir müssen doch Leistung zeigen) auf Trompete und Klavier spielen und eins singen. Es gibt zwischen 0 und 3 Schulstunden Vorbereitung.
    Alle Schüler müssen ihre Musikstücke öffentlich vor der ganzen Schule präsentieren.
    Super Idee, nicht wahr? Am meisten freuen sich die unmusikalischen Schüler, dass alle ihre schiefen Einlagen bewundern, aber wenn sie’s nicht hinkriegen, sind sie selber schuld, hätten ja in einen Musikverein gehen können.

    Die BJS sind bestimmt toll, wenn sie an der Schule gut umgesetzt werden. Ist aber leider eher die Ausnahme als die Regel.
    Und ich sehe den Zwang dabei als ziemlich sinnlos.

    Warum sollen alle Schüler zwangsweise Leichtathletik machen? Warum gibt es nicht verschiedene Sportarten zur Auswahl? Was ist das Grandiose an der Leichtathletik, dass ausschließlich sie gefördert wird?
    Warum werden ausschließlich sportliche Schüler so gefördert und weder musikalische noch mathematisch begabte oder sprachlich begabte? Haben die etwa keine Chance verdient, vor der ganzen Schule zu glänzen? Ach halt, für die gibts ja freiwillige Wettbewerbe …

    Wer sportlich glänzen will, kann im Sportunterricht glänzen. Wer mathematisch glänzen will, kann im Matheunterricht glänzen. Wozu die Extrawurst für den Sport?
    Warum funktioniert die Freiwilligkeit für jedes Fach außer Sport, äääh, halt, Leichtathletik?

    Wenn die BJS die sportliche Betätigung von Kindern fördern wollen, wozu dann die öffentliche Vorführung vor der ganzen Schule?
    Diejenigen, die im Sportverein sind, würden auch durch einen freiwilligen Wettbewerb gefördert. Diejenigen, die unsportlich sind und Sport nicht mögen, werden auch durch Zwang nicht anfangen, Sport zu lieben.

    Ich habe den Schulsport sehr gerne gemacht, auch wenn ich unsportlich war (trotz Sportverein). Da hat mich erstens nur die Klasse gesehen und nicht die ganze Schule. Zweitens gab es eben verschiedene Sportarten und nicht nur Leichtathletik. Und drittens gab es vorher Gelegenheit zum Üben.
    Die Bundesjugendspiele hingegen habe ich aus tiefster Seele gehasst.

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