Zu genervt, um zu genießen

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Urlaubszeit ist ja angeblich die schönste Zeit im Jahr. Ich kann das bisher so für mich nicht bestätigen, denn für mich ist das Stress pur. Und zwar kein positiver, wie ich ihn oft beruflich erlebe, sondern einer, der Kopfschmerzen, Übelkeit und Sinnesstörungen auslöst. Dieser Druck, sich jetzt gut fühlen zu müssen und doch endlich die freie Zeit (freie Zeit?) zu genießen, ist für mich immens und kaum auszuhalten. Warum ist das so und vor allem: Wie geht dieser Druck wieder weg?

Um die Antwort gleich vorweg zu nehmen: Ich habe keine Ahnung. Mir ist dieses Phänomen auch erstmals so bewusst. Wahrscheinlich war das in den vergangenen Jahren schon ähnlich, aber ich habe es erfolgreich verdrängt. Dieses Mal ist das anders. Ich kann wunderbar in einen Funktionier-Modus umschalten, aber den Knopf für den Erholungsmodus habe ich noch nicht gefunden. Ich empfinde es nun mal als anstrengend, wenn …

  • … ich Listen führen oder zumindest abarbeiten muss, so dass für den Urlaub nichts vergessen wird,
  • … die Kinder in einer Lautstärke um mich herumwuseln, dass ich Angst um mein Trommelfell haben muss,
  • … ich ständig irgendwelche Fragen beantworten oder gar Entscheidungen treffen muss,
  • … ich irgendwelche Pläne für die nächste Zeit machen soll, die dann auch umgesetzt gehören.

Nun könnte man einwerfen, dass ich das doch im Grunde immer so habe und es prima bewältige. Ja, stimmt, aber darin  liegt auch die Krux: Erholung ist doch dann, wenn sich der Tagesablauf vom Alltag unterscheidet, wenn die Anforderungen an einen selbst sinken, wenn nicht ständig jemand etwas von einem möchte, wenn man einfach nur man selbst SEIN darf. Ich bekomme das nicht hin. Da ist einerseits Vorfreude auf das Unbekannte und doch Vertraute im Urlaub, andererseits aber auch das mulmige Gefühl, weil es eben doch Präsenz erfordert: am Steuer des Autos, als Mutter, Partnerin und auch als Tochter, als Ansprechpartner und Mitspieler für die Kinder … Ich möchte nicht dauernd etwas machen oder sein müssen, ich möchte einfach meine Ruhe haben. Vor allem und jedem. Und weiß doch: Würde ich genau das tun, machte mich mein schlechtes Gewissen gegenüber der Familie fertig.

PS 24 Stunden später: Manchmal ist zumindest der Ansatz einer Lösung sehr banal. Wir sind einfach losgefahren und dabei, uns auf völlig ungewohnte Umstände und eine fremde Umgebung einzulassen – immerhin mit allerliebsten Katzenkindern. Das Mutti und die Kinder sind verzückt.

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