Mami, Miez‘ und Meer – meine Urlaubsmomente

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Das Urlaubsgefühl ist noch so präsent, dass ich mich hier in der Großstadt heute, einen Tag nach der Rückkehr aus Mecklenburg, überhaupt nicht wohlfühle. Alles ist hier groß, laut und eng – ich vermisse die menschenleere Weite, das Summen der Wespen, das Krähen der beiden Hähne, das Gackern der Hühner, das Fiepen der Miezekatzen. Und eben die Stille beim Schauen über das schier endlos erscheinende Feld. Der Wind streichelte Haare und Haut, die abendliche Kühle erfrischte … Dieser Urlaub war an vielen Stellen ungewöhnlich und vielleicht für mich gerade deshalb so besonders. Er führte meine Familie in die Nähe meiner Heimat, in eine Gegend, in der ich aufgewachsen bin, die ich als Kind erfahren und als Volontär der regionalen Zeitung kennengelernt habe. Viel Wald, viel Wasser, viele Tiere und vor allem wenige Menschen. Es war mir gar nicht bewusst, wie sehr mir das gefällt, wie gut mir das tut, wie wohltuend die Absenz der städtischen Hektik wirkt.

Mit Mami ist alles gut.

Die Ruhe, das angenehme lauwarme Wetter, die wirklich frische Luft – all das ermöglichte es mir, nach und nach einfach loszulassen vom Alltag, der immer geprägt ist von viel Verantwortung, zu viel manchmal. Und dann treffe ich im Urlaub mehrere Male auf meine Mutter, und alles ist gut. Es ist kaum zu beschreiben, was ihre Anwesenheit dort mit mir machte: Ich war so entspannt, gelassen und friedlich gestimmt. Das Wasser war ein bisschen dunkelgrüner als sonst, der Himmel ein wenig blauer, die Wolken noch fluffiger, der Tag einfach heiterer. Ich fühlte mich einfach geborgen. In jeder Minute, die wir zusammen verbrachten. Ihr selbstgebackener Kirschkuchen war sowieso einsame Spitzenklasse. Schade, dass die geografische Entfernung zwischen uns so groß ist, aber: Das muss ja nicht ewig so bleiben.

Kleine Miezen, große Gefühle

Katzenkinder
Die Kinder gaben ihnen die Namen Winnie (rot) und Moritz. Wir konnten ihnen in den 14 Tagen beim Wachsen zusehen – wunderschön.

Von der so wunderbaren Entspannung in die große Aufregung: Uns begrüßten vor Ort zwei acht Wochen alte Katerkinder. Der Schwarzbraune mit den weißen Pfötchen und der kleine Rote mit weißem Lätzchen und Bauch waren noch ganz frisch auf dem Hof, unglaublich liebebedürftig und vor allem immer hungrig. Ich habe mich beiden täglich mindestens eine Stunde komplett gewidmet, mit ihnen gespielt, sie im Arm gehabt, eingekuschelt und dabei den Hühnern auf dem Hof zugeschaut. Die Miezekätzchen wurden unglaublich zutraulich, standen schließlich sogar vor unserer Ferienwohnungstür und machten es sich auf meinem Schoß beziehungsweise an meinem Hals gemütlich. Irgendwann atmeten der kleine Kater und ich im gleichen Takt. Sie verzauberten  nicht nur mich, sondern die komplette Familie. So klein, so kuschelig, so Nähe suchend, so warm. Mit den Kätzchen im Arm blieb praktisch die Zeit stehen. Fort waren alle nervigen Gedanken und belastenden Gefühle. Und so war Platz fürs „Einfach-nur-Sein“. Fürs Hören des Katerschnurrens und des -schniefens, wie es kleine Katzen so tun, für die Wärme, die sie ausstrahlen.

Und dann war da Meer

Neubrandenburg
Der Tollensesee in Neubrandenburg.

Ich hatte mich in diesem Jahr durchgesetzt mit meinem Wunsch, im Urlaub in die Nähe von Wasser zu fahren. Mir ist eigentlich egal, ob es die See oder der See ist, Hauptsache Wasser, Wind und Wellen. Ich brauche das einfach. Ich kann stundenlang aufs Wasser schauen, mir wir da nie langweilig, schon gar nicht dann, wenn sich mit diesem Wasser ganz viele Erinnerungen aus der Kindheit und Jugend verbinden. Es fühlt sich einfach komplett anders an als der Rhein oder gar ein kleiner Weiher. Die Luft riecht und schmeckt anders, der Wind bläst um die Nase und zerzaust die Haare, die Wolken schauen ganz anders aus als hier in Nordrhein-Westfalen. So sieht für mich Frieden aus, äußerer und auch innerer Frieden. Am wohlsten fühlte ich mich an den Binnenseen, in einem davon habe ich als Kind mit Freunden häufig gebadet und bin im Winter darauf Schlittschuh gelaufen.

Bansin
Blick von der Seebrücke in Bansin auf Usedom

Usedom ist eine wunderschöne Ostsee-Insel, allerdings touristisch komplett erschlossen. Das hat aus meiner Sicht der Insel ein wenig Charme genommen, denn sie ist immer voll von Menschen, nirgends ist man allein. Abgesehen vom Wetter könnten diese Orte auch ganz woanders sein. Auch am Ufer des Tollensesees in Neubrandenburg hat sich viel verändert, sie wirkt auf mich jedoch nicht ganz

WarenMueritz
Waren an der Müritz

so radikal. Das Wasser ist noch immer sehr klar, die Liegewiesen sind einfach weniger wild als früher, und für Kinder gibt es schöne Spielplätze. Waren an der Müritz, dem größten Binnensee Deutschlands, bietet viel (touristische) Zerstreuung, aber eben auch wundervolle Aussichten auf Wasser und viele Tiere. Das macht für mich dieses Land aus. Viele Störche, Greifvögel, Reiher, Kraniche und Damwild können in ihrer ganz natürlichen Umgebung bewundert werden. Das verzückt nicht nur die Stadtkinder, sondern auch mich gestresstes Mutti.

 

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