HSV: Mit ganz anderer Mentalität und ganz viel Herz

3-0-Sieg in Leipzig, zuvor den Effzeh aus dem Pokal geworfen und das Viertelfinale klar gemacht, davor Bayer04 mit 1-0 besiegt. Das ist der aktuelle HSV!

Der Sieg heute war der dritte Moment innerhalb von acht Tagen, das muss ich erst einmal verdauen. Es kam für mich sehr unerwartet, ich hatte mir aus reinem Selbstschutz einen gewissen emotionalen Abstand auferlegt, es war und ist ja anders kaum auszuhalten. Und jetzt das: Drei Pflichtspiele hintereinander gewonnen – das gab es bei meinem Herzensverein HSV zuletzt vor sechs Jahren. Und ich bin komplett von den Socken! Was ist da passiert? Walace, Papadopoulos, Mavraj sind neu. Adler wieder im Tor.  Ekdal nicht auf dem Platz. Müller wieder dabei. Das allein reicht aus meiner Sicht nicht aus. Da muss sich tief im Inneren der Mannschaft etwas verändert haben.

Die Einstellung, mit der die Mannschaft auf den Platz kommt, wirkt anders als im vergangenen Jahr, die Ausstrahlung ist selbstbewusster, kämpferischer, ein viel größerer Wille, alles zu geben, ist für mich spürbar. Was aber ganz genauso wichtig ist: Da wird endlich Fußball gespielt! Ich war in der Vergangenheit ja schon so weit, daran zu zweifeln, ob sie das denn überhaupt noch können. Und na klar tun sie das! Da ist viel mehr Ordnung in der Abwehr, das ist mehr Disziplin im Zusammenspiel, da werden Chancen erarbeitet, die dann auch verwertet werden. Eigentlich Selbstverständlichkeiten, ich weiß, aber nun ja, beim HSV ist es das seit langer Zeit eben nicht mehr. Offensichtlich haben die Neuzugänge etwas am Gesamtgefüge der Mannschaft verändert. Ich sehe da eine andere Mentalität und ganz viel Leidenschaft, ganz viel Herz. Das war gegen Köln sehr gut zu sehen, und hier hat es für mich Gravesen richtig auf den Punkt gebracht:

Engagiert, kämpferisch, taktisch klug und in der Chancen-Verwertung konsequent, das war mehr als überraschend, zumal nach den letzten Bundesligaspielen gegen Leverkusen und Ingolstadt.

Gegen Leipzig war für mich diese neue taktische Disziplin sehr deutlich, vor allem in der Verteidigung, zu sehen. Man rückte bei Ballverlust klug auf, stand zu fünft auf einer Linie und machte die Räume dicht. Gisdol hat darüber hinaus RB Leipzig „decodiert“ und vor allem Schwächen bei Eckbällen ausgemacht. Anders ist es kaum zu erklären, dass zwei Tore auf nahezu identische Weise fallen. Gut gemacht, Herr Gisdol. Auch schön zu sehen, dass der HSV wirklich Konter kann – ich fand den dritten Treffer gegen RBL echt sehenswert, auch wenn es Hunt war, den ich gegen Köln als Fremdkörper empfand, ihn sicher und cool markiert hat. Aber wie klasse ist es bitte, dass auch ein Hunt, der wirklich glücklos spielte in seinen jüngsten Einsätzen, ins Spiel findet und den Schlusspunkt unter eine interessante und vor allem erfolgreiche Partie setzte. So denn auch mein Fazit:

Bei aller Freude bin ich jedoch weit davon entfernt, das Ende des Abstiegskampfes auszurufen, denn das ist es nicht. Der HSV ist und bleibt eine Wundertüte. Was heute toll geklappt hat, kann morgen schon wieder in die Hose gehen. Ich habe die Grütze auf dem Platz, die wir Fans lange, sehr lange erleben mussten, nicht vergessen. Ich sehe mich auch in der Lage, die Tabelle zu lesen: mit 19 Punkten hat der HSV drei mehr als Werder und gerade mal vier mehr als Ingolstadt als 17. Das Ding ist in keiner Weise durch, aber: Da schimmert Hoffnung. Auch bei mir, ich geb’s zu:

Mannschaft und Trainerstab, aber auch die Fans tun sicher gut daran, auf dem Teppich und realistisch zu bleiben. Wenn es endlich einmal gelänge, die Ernsthaftigkeit, mit der diese zu Null gewonnenen Spiele bestritten wurden, beizubehalten, wäre das für mich ein echter Schritt nach vorn.

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