HSV bald abgestiegen, aber: It ain’t over ’til it’s over.

Was habe ich rumgepöbelt! Was ich habe geklagt und geschimpft! Was habe ich mich aufgeregt! Ich fürchte, so hat das Tochterkind 1 seine Mutter noch nie erlebt. Und wie hilflos kam ich mir vor. Wie zutiefst verdrossen ich war. Ich wusste kaum, wohin mit meiner Wut. Ja, ich war gestern in Hamburg beim Spiel des HSV gegen den FSV Mainz 05, und dieses 0–0 hat weh getan. Ich fand den Auftritt des HSV richtig schlimm, ich habe mich x Mal gefragt, wie so eine Minusleistung wiederholt auf den Platz kommen kann, und ich vermag nicht zu sagen, wie beschissen es sich nach dem Spiel angefühlt hat, Fan dieses Vereins zu sein. Und da rede ich noch nicht von all dem, was neben dem Platz vom Verein so veranstaltet wurde, nachzulesen zum Beispiel hier (spannend: Spannungsabfall!), und dann war da noch die Aktion mit den Ultras … ich will gar nicht darüber nachdenken.

Ich bin einfach komplett ratlos; und mich beschäftigen seit Wochen solche Fragen hier:

  • Wie kann es sein, dass Profi-Fußballer die einfachsten technischen Dinge des Fußballs nicht mehr beherrschen? Ich spreche davon, einen Ball anzunehmen, ohne dass er zwei Meter weiterfliegt, und den Ball mehrheitlich erfolgreich zum Mitspieler zu bringen.
  • Wie kann es sein, dass Fußballer, die in der Bundesliga Fußball spielen, nicht austrainiert wirken, also nach 30 Minuten schon völlig entkräftet kaum noch laufen können?
  • Wie kann es sein, dass einem technisch eigentlich versierten Fußballer wie Hunt die einfachsten Bälle verspringen oder er im 16er herumschwalbt, weil ihm einfach die spielerischen Mittel fehlen?
  • Wie kann es sein, dass Außenspieler (egal ob offensiv oder defensiv als Außenverteidiger) nicht in der Lage sind, eine einzige vernünftige Flanke von außen in den Strafraum zu bringen? So etwas ist Übungssache, für die man vielleicht nicht mal einen Trainer braucht, die Trainingsplätze sind ein Traum, Herr Diekmeier und Herr Kostic.  Und wer Hilfe braucht, schaut vielleicht einfach mal Videos mit Herrn Kaltz aus den späten 70ern?
  • Wie kann es sein, dass langanhaltend das Kollektiv so dermaßen versagt? Jeder hat mal ein Tief, jeder hat mal einen gebrauchten Tag – doch so viele auf einmal und nahezu jedes Wochenende? Die Antworten von Marcell Jansen überzeugen micht nicht und sind aus meiner Sicht so auch nicht ganz richtig. Wer beim HSV war, reüssiert anderswo durchaus.
  • Wie kann es sein, dass außer den Torhütern kein einziger Spieler eine halbwegs akzeptable Form aufweist, die ihn für den Kader einer Erstligamannschaft qualifiziert?
  • Wie kann es sein, dass sich ein Sportdirektor hinstellt und von „Kopfmüdigkeit“ im Hochleistungssport faselt?
  • Wie kann es sein, dass diese Arroganz aus dem Verein einfach nicht herauszukriegen ist? Der Platz reicht hier nicht für die vielen Beispiele dafür.
  • Wie kann es sein, dass man sich völlig ahnungslos einem Geldgeber ausliefert und dann auch  noch Manager beschäftigt, die mit dem leider viel zu reichlich geflossenen Geld um sich schmeißen, als gäbe es kein Morgen? Und die dazu zuvor noch nirgends nachgewiesen haben, dass sie ihre Arbeit beherrschen? Siehe dazu auch den letzten Absatz des Gastbeitrages von „Kerberos“ auf HSV-Arena.

Das Unfassbare jedoch ist: Das war es noch nicht. Der HSV kann immer noch – man mag es kaum glauben – in der 1. Liga bleiben. Wenn Ingolstadt nur eines der beiden letzten Spiele verliert, hat der HSV die Relegation sicher, selbst dann, wenn er die nächsten beiden Spiele verliert. Punktet er noch, und gibt es ein wenig Schützenhilfe der SGE oder des Effzeh (die letzten beiden Gegner von Mainz), ist sogar noch Platz 15 drin. Das klingt wie ein Witz.

Und ich bin hin- und hergerissen: Auf der Rückfahrt von Hamburg nach Köln überlegten wir schon gemeinsam, zu welchen Zweitliga-Spielen wir denn fahren würden (immer davon ausgehend, dass es für diese Liga die Lizenz auch gäbe, was ja so sicher durchaus nicht ist) – ganz weit vorn übrigens: Sandhausen! Doch dann kramten wir hektisch in den Restprogrammen von Ingolstadt und Mainz. Es ist irgendwie noch alles drin. So theoretisch. Un-fass-bar! Doch wenn ich eines aus den vergangenen Jahren, und da vor allem aus dem 1. Juni 2015, gelernt habe: It ain’t over ’til it’s over!

 

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