Die Energie aus 2017 einfach in das Jahr 2018 mitnehmen

Am Ende eines Jahres ist es ja Brauch, dasselbe noch einmal gedanklich Revue passieren zu lassen und daraus für sich selbst ein paar Ableitungen für das kommende Jahr zu bilden. Was war gut, was nicht? Was möchte ich besser machen, was vielleicht lassen? In welcher Umgebung möchte ich mich stärker/öfter bewegen, welche meiden? Was ist aus meinen Zielen geworden, und wie steht es um meine Erwartungen an die Zukunft? Ich will mich auf einige wenige Punkte beschränken, die hier passen. Eines vorab: 2017 war für mich persönlich ein tolles Jahr, beruflich und privat. Ich hatte selten so viel Spaß an meiner Arbeit, habe auch so viel Wertschätzung wie nie zuvor dafür erfahren. Daneben fühle ich mich als Mutter wohler denn je, was ja durchaus auch mal anders war. Diesen Schwung, diese Energie nehme ich auf jeden Fall mit in das kommende Jahr.

Dinge für den Kopf

Ich habe im zu Ende gehenden Jahr viel für meinen Kopf getan, und daran möchte ich anknüpfen: Bücher lesen und darüber etwas schreiben (wie hier zum Beispiel), ins Museum gehen und darüber auch reflektieren, was ich bisher öffentlich noch nicht getan habe, Musik – und hier vor allem klassische – live erleben und in vollen Zügen genießen, an Orte fahren, die ich noch nicht wirklich kenne, über die man kaum spricht, die unspektakulär und doch interessant sind. So was hier zum Beispiel. Ich möchte wieder verstärkt und vor allem regelmäßig Blogs verfolgen. Ich hatte dazu ein wenig den Bezug verloren ob der ganzen Diskussionen um deren Kommerzialisierung. Ich goutiere diesen Trend nach wie vor nicht und freue mich immer über Hinweise auf Blogs, die sich von all dem unterscheiden, was man gemeinhin als Kolumnen aus Zeitschriften, Magazinen oder von großen Websites kennt.

Die Sache mit dem Fußball

Dass ich meine riesengroße Leidenschaft für meinen Verein, den HSV, bei dem ich immer noch Mitglied bin, verloren habe, thematisierte ich schon häufiger, zum Beispiel hier. Ich lasse mich allerdings immer noch hinreißen, ins Stadion zu gehen (in Sachen HSV ausschließlich auswärts), einfach, weil ich Fußball mag und die Stimmung dort wirklich Laune macht. Einmal auf der Süd in Dortmund – und jeder wird verstehen, was ich meine. Allerdings: Ich habe auch „Football Leaks“ gelesen und sehe das ganze Geschäft, und um nichts anderes geht es im Profi-Fußball, doch etwas anders, nüchterner. Ich bin gespannt, wann dieses Konstrukt kippt, welche Summen bei Transfers noch aufgerufen werden müssen, damit der Fan sich mit Grauen abwendet und einfach nicht mehr hingeht, sich keine teuren Fernseh-Abos mehr leistet (meines ist gekündigt), keine Fan-Utensilien mehr kauft und sich einfach immer weniger dafür interessiert. Bezüglich des HSV bin ich komplett desillusioniert. Dieser Verein ist zu einer Institution geworden, in der sich alle, die irgendwie den Weg hinein finden, bedienen, sich bereichern und sich einen Dreck darum scheren, was nach ihnen kommt, wie es dem Verein und vor allem seinen darin Sport treibenden Mitgliedern geht. Von „Unterstützern, Freunden“ wie mir will ich gar nicht sprechen. Ich kann das vielleicht für die 90 Minuten eines Spiels ausblenden, länger jedoch nicht. Alles drum herum widert mich ehrlich an – die Berichterstattung durch die Medien rund um ein Spiel, das Gelaber vermeintlicher Experten ebenso wie das von Leuten, die vor allem am Erhalt ihres eigenen Weltbildes interessiert sind. Also: Ich habe noch Lust darauf, als „Groundhopper“ Stadien zu besuchen, die ich noch nicht kenne; und ja, ich werde mir auch viele Spiele der Weltmeisterschaft ansehen. Aus Spaß an der Freude. So.

Sichtbare Frauen braucht die Welt

Für mich einigermaßen überraschend war der meistgelesene Beitrag auf diesem Blog dieser hier: Es geht darin um die Anstrengung, als Mutter Frau zu sein. Ich finde den Blogpost auch sehr wichtig, das Thema hat mich in diesem Jahr sehr intensiv begleitet, sowohl beruflich als auch privat, dazu empfehle ich diesen Beitrag für ein Umdenken im Kopf. Diesen Weg möchte ich weitergehen, also noch intensiver in dem Bereich, in dem ich mich bewege (zum Beispiel in der Zahnmedizin), Frauen nach vorn bringen – mit ihrer Expertise, mit ihren Ideen und natürlich auch mit ihren Bedürfnissen. Auch meine Töchter sollen stärker denn je erfahren, dass sie mit ihrem Können, ihrer Kreativität und ihrer gesamten Persönlichkeit gefragt sind – und nicht aufgrund ihrer Weiblichkeit. Der Film „Embrace“ hat für mich einen Beitrag geleistet – wir sprechen zu Hause sehr intensiv über die Frage der Urteilbildung nach dem Aussehen, was ja nicht nur Mädchen untereinander, sondern auch gegenüber dem anderen Geschlecht machen. Sicherlich wird all das auch wieder verstärkt Thema hier im Blog werden.

Von Kommunikation und Selbstauskünften

Als eine, die sich beruflich viel mit Kommunikation beschäftigt, achte ich sehr genau nicht nur darauf, WAS gesagt wird, sondern durchaus auch auf das WIE. Hier hat sich nach meinem Empfinden im bald vergangenem Jahr nicht bei mir, sondern grundsätzlich einiges verändert. Und zwar ist hinzugekommen: WER sagt etwas. Mich irritiert das irgendwie, aber die Erfahrung ist da. Bevor überhaupt irgendetwas über den Inhalt bekannt wird, steht die Frage: WER spricht da eigentlich? Und als zweites dann, WIE spricht er da? Will sagen: Das Empfangen von Botschaften wird verstärkt auf allen möglichen Ohren gehört statt auf dem Sachohr. Selbstauskünfte werden gehört (jemand erzählt mit dem, was er sagt, etwas über sich), Beziehungsaussagen werden wahrgenommen (der Sprecher kann mich als Empfänger seiner Rede nicht leiden, beleidigt mich gar), oder es entsteht der Eindruck, dass da jemand missionieren, mich zu einer bestimmten Handlung bewegen will, und sei zu einer Meinungsänderung (Appell).
All das gilt in vielen Bereichen unseres Lebens: Bei mir fängt das an in der Schule (ich renitentes Mutti, ich), geht weiter über den Job (immer diese Unerbrittliche), das Hobby (ich sag nur Fußball) und endet bei politischen Themen. Dort besteht ja schon lange kaum noch ein Diskurs über Sachthemen, sondern es geht immer um Personen, um Macht und, klar, um Geld. Ich wünsche mir einen sehr viel stärkeren Fokus auf die Sache. Ich hätte gerne, dass wir uns viel öfter in erster Linie über das WAS unterhalten, nicht über Personen und deren Beziehungen untereinander. Mit „viel öfter“ meine ich nicht die Absenz von Gesprächen über Menschen, Beziehungen und über die Art und Weise, wie sie kommunizieren. Aber es wäre schon toll, wenn ab und zu doch die Sache in den Vordergrund treten könnte.

In diesem Sinne wünsche ich Euch, die Ihr dieses Blog regelmäßig oder gelegentlich verfolgt, einen vergnüglichen Rutsch in ein hoffentlich friedliches, gesundes und für Euch persönlich maximal erfolgreiches Jahr. Bleibt immer bei Euch, seid wohlwollend und gebt Neuem für Euch eine Chance. Ich freue mich, wenn Ihr mir im kommenden Jahr öfter mal Eure Gedanken mitteilt oder Fragen stellt. Auf dass es ein ganz wunderbares 2018 werde.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. themaxxno1 sagt:

    Hi Misses,

    Ich wünsche Dir einen gutes Jahr 2018.
    Ich lese nach wie vor Deine Blogs, neben HSV auch besonders den über die Küche.
    Weiter so!

    Mir geht’s was den HSV ganz ähnlich wie Dir. Unglaublich was da nach wie vor Jahr für Jahr abgeht.

    Hab nen schönen abend!

    Ps: Hast du noch Kontakt zum Trapper?

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    1. mrscgn sagt:

      Dankeschön und: Dito 🙂
      Ja klar, hab ich.

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