Ich find‘ Autofahr’n toll

am

Meine Fahrt von Greifswald nach Köln

A20. Das ist die Strecke, die gebaut wurde, um Leuten mit hochmotorisierten Autos aus Gegenden wie Nordrhein-Westfalen eine Möglichkeit zu bieten, ihre Autos mal auszufahren. Könnte man zumindest meinen. Denn jene, die es tun, haben gerne Kennzeichen wie K, E oder HA. Und – zugegeben – auch die Autos dafür.

Ich fahre eines mit > 200 PS, einem Bi-Turbo unter der Haube, und damit geht schon ein bisschen was. Und doch denke ich: Ich brauche irgendwie  ein noch schnelleres Auto – total bekloppt, ich weiß. Aber mir sind zwei Audis weggefahren. Weg-ge-fahren. Ich wäre in dieser Situation gerne umgestiegen. Zu diesen Menschen ins Auto, denn die teilen ja offensichtlich meine etwas seltsame Leidenschaft.

Wer schnell fährt, muss tanken. Häufiger, meine ich. Dort, wo ich bezahle,  ist man irgendwie besonders freundlich zu mir. Ich bekomme beim integrierten McCafé meinen Cappuccino umweltfreundlich in meinen Thermobecher und spare dabei noch sagenhafte 10 Cent. Die Dame an der Kaffeetheke bedauert mich um meinen weiten Weg (Sie wollen nach Köln? Heute noch?), den ich noch vor mir habe, bittet mich, vorsichtig zu fahren und wünscht einen schönen Abend. Hachz.

Hamburg. Ich bekomme nicht viel mit, es gibt keinen Stau, keinen zähfließenden Verkehr, das Navi hat eben auch keine Ahnung.

75 Minuten später: Von Hamburg aus einmal kurz aufs Gas, und ich bin in Bremen. Es gilt, Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, und es gibt einen wirklich wunderschönen Sonnenuntergang. Bei Tempo 80 kann ich den auch richtig bewundern und genießen.

Diese Langsamfahrerei irritiert mein Auto (es heißt Friedrich) übrigens sehr – es meldet sofort: Müdigkeit erkannt, bitte Pause machen. Ich werde via Telefon darauf hingewiesen, dass man in Bremen aber keine Pause macht. HSVer können da eben nicht aus ihrer Haut.

Ach übrigens, an alle, die hier an mir vorbeigefahren sind: Überholen auf einer Strecke mit Tempolimit gilt nicht!

Zweispurig ohne Tempolimit ist eine Herausforderung. Umso unverständlicher, dass jene, die das versuchen, nicht zu wissen scheinen, was ein Sicherheitsabstand ist. Dem Renault Clio-Fahrer hinter mir möchte ich das am liebsten durch etwas festeres Streicheln näherbringen.

Viele kennen das: Es gibt Kennzeichen, von denen man weiß, dass hinterm Steuer nicht die tollsten Autofahrer sitzen. In München sind das, soweit ich weiß, alle, die drei Buchstaben vor dem Strich auf dem Kennzeichen haben, in Frankfurt alle mit zwei Buchstaben vor dem Strich (vor allem OF), in Köln amüsieren wir uns über die Bergheimer (BM). Umgekehrt müsste es doch eigentlich auch Orte geben, von denen man dann ausgehen darf, dass die Leute dort Auto fahren können. Weil sie zufahren, beim Spurwechsel blinken und Sicherheitsabstände einhalten. Zum Beispiel. Ich nominiere Hagen dafür. Ich bin voller Respekt für die Autofahrer. Ganz ehrlich. Die haben dann auch noch so schöne Kennzeichen: HA-T, HA-DI, HA-SE 😊

Wuppertal auf der A1 ist genau mein Ding. Berg runter und wieder rauf. Ich bin praktisch alleine auf der Autobahn, es ist schon spät. Wie Schumi (ich bin Generation Schumacher, nicht Vettel) geht das dann bei einer rechten Kurve ganz nach rechts, bei der Linkskurve auf die linke Spur. Sehr geil.

Die Brücke bei Leverkusen ist ja hier ein großes Sorgenkind, schlimmer ist eigentlich nur der Streckenabschnitt kurz davor, heute reduziert auf ein lumpiges Spürchen – ich möchte nicht wissen, was da tagsüber los ist. Mit 40 km/h da langzukriechen (es fühlt sich an, als würde ich stehen – mitten auf der Autobahn), ist nicht so einfach – einzig die Festbeleuchtung verhindert mein Einschlafen.

In Köln erwartet mich eine grüne Welle. Das ist insofern bemerkenswert, als ich an einem Samstag, morgens um fünf, an praktisch jeder Ampel stadtauswärts stehe, und das sind eine Menge, wenn ich auf die Autobahn Richtung Norden will. Komme ich jedoch wieder rein in die Stadt, empfängt sie mich mit freundlichem Grün bis fast zu Hause. Fast, weil ich an der letzten Ampel einfach immer stehe. IMMER! Zeit für den Anruf zu Hause, dass ich dann jetzt da wäre.

 

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