Der HSV – nichts scheint unmöglich zu sein

Wenn es auf der Welt schon sonst nicht viel zu lachen gibt, dann braucht man sich nur ein wenig bei HSV-Fans in den Social Media umzuschauen – da gelingt es mit etwas Humor regelmäßig, die Laune zu heben. Heute war so ein Tag. Angefangen hat alles mit einer Nachricht in einer Whatsapp-Gruppe. Ein Freund, dessen Name nicht genannt werden möchte, ist Mitglied einer solchen und postete dort heute morgen einfach aus einer Laune heraus folgenden Text:

+++Eilmeldung: HSV nach Belek+++
dpa. Der Hamburger SV wird am morgigen Dienstag zu einem zweitägigen Kurztrainingslager in die Türkei aufbrechen. Winterliche Bedingungen im und um den Volkspark machen diesen Schritt nach den Worten von Sportchef Jens Todt unumgänglich: „Wir wollen uns vor dem wichtigen Spiel gegen Mainz in Ruhe und ohne Rummel gemeinsan als Mannschaft vorbereiten. Aufgrund des Wintereinbruchs haben wir kurzfristig keine Örtlichkeit gefunden, die über eine Rasenheizung verfügt und gleichzeitig entsprechenden Komfort bietet. Insbesondere PS4 und High-Speed Wlan für die Spieler sind unumgänglich. In Belek haben wir 20 Grad, tolle Plätze, und am örtlichen Markt erhalten die Spieler gecrackte Vollversionen von Spieleklassikern wie „GTA 5“ und „Fifa 18″. Zudem lassen wir noch die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein einfliegen, die uns in einem Motivationsvortrag nach ihrem Olympiadebakel darüber berichten wird, wie es ist, als älteste deutsche Teilnehmerin die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben und sich regelmäßig zum Gespött zu machen. Darauf freuen wir uns schon besonders“. Die Chancen auf den Klassenerhalt schätze er weiterhin gut ein:“Wir sind wie der Todesstern in „Star Wars“. Egal, wie oft die Rebellen ihn zerstören, in der nächsten Fortsetzung ist er trotzdem wieder dabei, und keiner weiß, warum.“

Es sollte ein kleiner Witz sein, doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Ein besonders schlaues Mitglied dieser Gruppe postete diesen Scherz in der zweitgrößten HSV-Gruppe auf Facebook. Ohne den Urheber zu nennen, versteht sich. Von dort aus wurde es weitere Male geteilt und natürlich eifrigst kommentiert. Mehr als 80 Prozent der Kommentatoren glaubten offensichtlich, dass das mit dem Trainingslager in Belek stimmt und gingen entsprechend steil. Hier eine Auswahl (korrekte Rechtschreibung by Red.):

  • User Gerd B.: Erkältung vorprogrammiert bei Wetterumstellung, absoluter Schwachsinn. Sollen auf gefrorenem Boden trainieren.
  • User Hartmut R.: … den verwöhnten Millionären schön mit der Hand den Arsch tätscheln, die sollen mit der Schneeschaufel in Hamburg den Volkspark frei machen …
  • User S.: Echt jetzt?! PS4?! Die sollen trainieren.
  • User Jens G.: Sorry, aber der HSV ist einfach nur noch lächerlich. Naaa klaaar, die Profis brauchen WLAN und ne PS4, damit man nicht vergisst, wie man Tore schießt, und den kleinen Mädchen darf ja nicht kalt werden …
  • Userin Stefanie B.: Die hätte ich ins Erzgebirge geschickt. … Und ich hätte sie das selbst bezahlen lassen und nicht vom Verein. … Nun denn, dann hat die Mannschaft ja noch so was wie ne letzte Klassenfahrt …
  • User Andreas R.: Anstatt die Pechstein zu holen würde ich mal unsere Eishockey Jungs einladen, die wissen, wie Teamgeist geht. Oder fragt man die Elf vom Effzeh …

Und so weiter. Würden Screenshots das nicht belegen – es wäre nicht zu glauben. Da half irgendwann nicht mal mehr #nichtallesErnstnehmen , es ging munter weiter. Bei einer Gruppe waren bis zum Abend 237 Likes und 330 Kommentare zusammengekommen. Entlarvte es einer als Satire, folgten flugs zehn Kommentatoren mit Schimpftiraden.  In einer weiteren Gruppe wurden 145 Likes und 70 Kommentare erreicht. Inzwischen wurde der oben zitierte Post in einer Gruppe wieder gelöscht, in anderen ist er noch drin. Der Freund ist ob seines anonymen Ruhms ganz verwundert und sagt:

Solche Dinge führen einem wieder mal vor Augen, wie leicht es ist, Menschen in den sozialen Medien zu beeinflussen und zu täuschen. Du kannst den allergrößten Mist posten, und die Leute glauben Dir, weil sie es wollen. Das ist einerseits belustigend, macht aber auch Angst. Denn hier ging es nur um Fußball.

Das ist genau der Punkt. Der HSV hat in den vergangenen Jahren so viele abstruse Dinge fabriziert, dass es gar nicht viel braucht, um selbst so etwas offensichtlich Blödsinniges für möglich zu halten. Es gibt beim HSV kaum etwas, das es nicht gibt. Torwartkoordinatoren verdienen dort mehr als die Bundeskanzlerin, es gab Zeiten, da hätte man fast eine ganze Mannschaft nur mit Sechsern aufstellen können, so viele Leute hatte man auf dieser Position im Kader. Beim HSV spart man an Blumen für die Mitarbeiter zum Geburtstag, weil das Geld knapp ist, gönnt aber Leuten wie Hahn oder Hunt Verträge, mit denen sie quasi ausgesorgt haben. Diese Liste ließe sich mühelos verlängern.

Ich weiß irgendwie gar nicht, was ich irrwitziger finden soll – dass es so viele Anhänger des HSV gibt, die eine ausgedachte Story, die vor Satire nur so strotzt, unbesehen glauben, oder dass der HSV durchaus Anlass gibt, diesen Quatsch irgendwie doch für möglich zu halten. Der Autor des obigen Posts hat vorsichtig anklingen lassen, morgen eine Fortsetzung zu verfassen. Bleiben Sie dran!

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