Ich fahre gerne Auto – zehn Gründe, die es mir manchmal verleiden

Ich gebe es zu: Ich fahre sehr gerne Auto. Aus ganz vielen Gründen. Und ja, ich fahre auch gerne schnell Auto. Ich habe mehrere Sicherheitstrainings absolviert, mich langsam in der Leistungsstärke der Motoren meiner Autos gesteigert, und ich halte mich an Regeln. Aber jeder wird mir zustimmen, dass einem dieser Spaß beim Autofahren häufig vergällt wird – durch andere Autofahrer, ich hatte das hier schon einmal ansatzweise zu Protokoll gegeben. Weil die es offensichtlich weniger mögen, noch weniger können und es einfach nicht wirklich tun. Daher hier also meine zehn Dinge, die mich beim Autofahren echt ärgern:

Erstens

Fahr doch zu! Kaum einen Satz sage ich so häufig während einer Autofahrt wie diesen. Das Problem: Egal, ob man an einer Ampel steht und diese auf grün schaltet, ob es an einem Hindernis vorbeigeht, ob es darum geht, eine grüne Welle auszunutzen oder einfach den Verkehr nicht zu behindern – viele schleichen vor sich hin, als wären sie komplett allein auf der Straße. Verkehr sollte möglichst fließen, und dafür ist es nötig, mit dem Strom zu schwimmen und nicht, ihn aufzuhalten. Was ist das nur? Fahrt doch einfach zu.

Zweitens

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass manche Autofahrer die Schilder nicht wahrnehmen. Wenn doch, dann lesen sie diese vielleicht nicht richtig oder, präziser: Sie verstehen den Sinn nicht. Bestes Beispiel: Auf der A1 zwischen Bremen und Osnabrück steht ein Schild mit einer 130 auf weißem Grund mit rotem Kreis darum. Darunter hängt ein Schild, auf dem das hier steht: 6-20 Uhr. Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt also nach 20 Uhr nicht mehr.  Das scheint so nicht bei allen anzukommen, denn dass da jemand schneller als 130 km/h fährt, kann ja dann nicht sein, und so kann die linke Spur mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 125 km/h blockiert werden. Wie mich das nervt.

Drittens

Sehr wichtige Teile an einem Auto sind die Rückspiegel. Viele verlernen dann, ihn und die Seitenspiegel einfach während der Fahrt auch mal zu benutzen, bevor sie die Spur wechseln oder abbiegen. Wer auf der Autobahn nach links rauszieht, sollte vorher einen Blick in den Spiegel riskieren – nicht alle fahren auf der linken Spur 120!

Viertens

Wir Kölner kennen uns mit Abständen aus, ich sage nur „eine Armlänge“. Im Straßenverkehr gilt: „halber Tacho“. Innerstädtisch ist das illusorisch, aber auf Autobahnen ist das zu empfehlen. Hält sich jedoch kaum einer dran. Wer wie ich sich aber um ausreichenden Abstand zum Vordermann bemüht, wird feststellen: Dieser wird missverstanden. Als Lücke, in die man einscheren kann. Immer. Möglichst bremsend oder zumindest vom Gas gehend.

Fünftens

Ich lebe in NRW als Bundesland mit den meisten und umfangreichsten Staus und gerate also gelegentlich in einen, meist wegen einer Baustelle und einer damit einhergehenden Fahrbahnverengung. Ja, wir reden über das Reißverschlussprinzip. Davon haben viele offenbar noch nie etwas gehört. Wenn links Autos vorbeifahren, um sich dann vorne einzureihen, machen sie das nicht, um den rechts fahrenden Autofahrern eine lange Nase zu zeigen, sondern um es für alle letztlich schneller zu machen. Eins rechts, eins links, eins rechts, eins links – wie beim Stricken. Und immer schön weiterfahren, nicht anhalten. Dann funktioniert das auch.

Sechstens

Ich bin ja ein bekennender Fan von Schweden. Ich mag nicht nur ABBA, ich mag auch die Sprache, und jene, mit denen ich am Telefon schon sprechen durfte, fand ich immer ausgesprochen freundlich (Dr. Alban auch). In Schweden ist es übrigens üblich, auch am Tage mit Licht zu fahren. Dabei geht es nicht darum, dass man als Fahrer selbst besser sieht, sondern darum, besser gesehen zu werden. Auch im Rückspiegel, übrigens. Also fahre ich seit gefühlter Ewigkeit immer mit Licht. Das tun jedoch nicht alle, und das verleidet den Autofahrspaß sowohl auf Autobahnen als auch auf der Landstraße. Ehrlich. Schon aus Sicherheitsgründen kann ich nur empfehlen: immer mit Licht fahren. Auch am hellichten Tag.

Siebtens

Meine speziellen „issues“ mit Lehrern habe ich schon öfter hier thematisiert, doch richtig böse werde ich bei so genannten Verkehrserziehern. Das sind jene, die auf einer zweispurigen Straße, auf der 120 erlaubt sind, einen LKW mit 110 km/h überholen. Oder in der Stadt 65 statt 70 (nebeneinander) fahren. Gerade bei letzterem möchte ich ihnen zurufen: Tachos gehen in den seltensten Fällen zu 100% genau. Eine kleine Abweichung ist (aus meiner Sicht) normal und dient ja auch irgendwie der Sicherheit. Wenn mir 50 angezeigt werden, dann fahre ich sehr wahrscheinlich nur 48 km/h. Wenn aber die Straßen in der Stadt voll sind, empfiehlt es sich immer, mit dem Strom zu fahren, auch wenn der mit 55 km/h unterwegs ist. Auf dem Mittleren Ring in München war es beispielsweise üblich, 60 statt 50 zu fahren. Und mir sagten mal zwei Polizisten dort, dass die Radargeräte bei wenigen km/h drüber gar nicht auslösen.

Achtens

Da wir uns in der Regel nicht alleine auf den Straßen bewegen, ist in ein Minimum an Kommunikation nötig, so dass das Ganze unfallfrei vonstatten gehen kann. Dazu gehören beim Autofahren zwingend funktionierende Leuchten – fürs Bremsen, fürs Licht, für die Fahrtrichtungsanzeiger. Gerade mit letzterem nehmen es viele nicht allzu genau. Zu blinken scheint für viele uncool zu sein – ich sage: Blinkend kommt man weiter.

Neuntens

In diesem unseren Land gilt auf Autobahnen das Rechtsfahrgebot. Von dieser Regel scheint irgendwie noch nie jemand etwas gehört zu haben, sondern zu meinen: Das ist eine LKW-Spur, da fahr ich mit meinem Auto nicht. Ich werde das nie verstehen. Ich kann die zulässige Höchstgeschwindigkeit auch rechts fahren, das ist nicht verboten.

Zehntens

Eigentlich verleidet es mir das Autofahren nicht wirklich, aber ich finde es schon ein wenig seltsam. Ich fahre sehr gerne Auto und tu dies auch oft allein. Schwarzes Auto, bisschen tiefer, kleine Blondine am Steuer, und dann fährt die auch noch schnell? Das wollen wir doch mal sehen. Ich kann die Male nicht zählen, dass sich davon offensichtlich welche provoziert gefühlt haben, mir nachfuhren und mich dann mit Wonne und oft breitem Grinsen dann überholten, wenn es Geschindigkeitsbegrenzungen gab, an die ich mich geldbeutelschonend natürlich hielt (und halte). Besonders oft passierte mir das, als ich meinen Golf, einen GTI, noch hatte.

Aber wisst Ihr was: Ich mag es trotzdem noch immer, Auto zu fahren, versuche aber, mir Zeiten auszusuchen, in denen weniger los und es damit angenehmer ist. Ich bin schon vor 20 Jahren früh um 4 von München losgefahren, um zum Mittagessen bei meinen Eltern in MV aufzuschlagen. Die Strecke München-Nürnberg hatte ich dann fast für mich allein – ein Traum. Oder Sonntagmorgens von München nach Frankfurt, das ging hervorragend. Heute schaffe ich es in 3:10 von Köln nach Hamburg, das macht mir Spaß.  Wenn dann der HSV noch gewinnt, stören mich Erstens bis Zehntens auch nicht mehr gar so sehr …

 

 

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