Total unweihnachtliche Gedanken vor Weihnachten

Ich bin müde hoch zehn, doch wenn ich schlafen ginge, kümmerte sich keiner um die restliche Wäsche, ich müsste „Der kleine Lord“ irgendwann anders alleine auf DVD schauen, wahrscheinlich nachts um zwei oder drei, wenn ich dann nämlich aufwachte. #mimimi Also versuche ich es mal damit, das Innenleben des Kopfes in Bewegung zu halten. Interessanterweise sorgt das mit dafür, dass meine Hände eisekalt werden, was das Tippen erschwert … wie man’s macht … Also!

Neulich las ich auf Twitter das hier:

Der Schreck fuhr mir echt in die Glieder, denn jetzt ist es offiziell: Ich bin ein Helikoptermutti. Ich bringe der großen Tochter durchaus in Notfällen etwas in die Schule, wenn sie etwas vergessen hat. Weil ich es halt kann, sprich: da bin und mal eben schnell losdüsen kann. Ich hole auch die kleine Tochter von der Freundin ab, obwohl sie auch einen Bus und die Straßenbahn nehmen könnte, was allerdings ein wenig umständlich wäre. Ich hole die große Tochter vom Berufsberatungszentrum ab, lade auch ihre Freundinnen ein und fahre alle nach Hause. Bahn und Bus hätte es auch hier gegeben. Es tut mir ja leid, aber ich kann daran einfach nichts Falsches erkennen. Ich mach‘ das nicht jeden Tag, meine Kinder bewegen sich hier durchaus sehr selbständig. Ich erinnere mich auch an meine Kindheit/Jugend, in der ich dankbar war, wenn meine Mutter mich zum Bahnhof fuhr, wenn ich zum Studium nach Leipzig mit dem Zug fahren musste. Oder wenn sie mich aus einem 25 km entfernten Ort abholte, weil der Zug von dort in eine andere Richtung fuhr und ich ewig auf den Anschluss nach Hause hätte warten müssen. Ich betüdel‘ meine Kinder gerne ein bisschen, weil ich einfach weiß, wie es sich anfühlt. Wenn mich jetzt jemand helikopternd findet, halte ich das aus. So.

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Vor zwei Tagen war der DHL-Mann hier. Er brachte vier Päckchen für die Nachbarn, für die wir ja eigentlich nichts mehr annehmen wollten. Aber weil Weihnachten ist und ich den Burschen ganz nett finde (er grüßt mich sogar, wenn er mir hier im Veedel begegnet!), habe ich ihm die vier Dinger abgenommen, wünschte Frohe Weihnachten, sagte Tschüß und schloss die Tür. Gefühlte 30 Sekunden später klingelte es wieder, und er kniete quasi vor der Tür, das Gesicht schmerzverzerrt, bat einfach um Hilfe, er sei die Treppe runtergefallen. Ich schaltete in den Ersthelfer-Modus, wählte die 112, besorgte was zum Kühlen, eine Decke und was zu Trinken, blieb bei dem jungen Mann. Der Notarzt war superschnell da, Gott sei Dank war er nicht sooo schlimm verletzt, tat mir jedoch sehr leid. Sein Chef kam wenig später vorbei, um bei mir den Schlüssel fürs Auto zu holen und sich nach seinem Mitarbeiter zu erkundigen. Heute klingelte ein anderer Mensch, wieder mit Paketen für diese undankbaren Nachbarn – wir haben die Pakete nicht angenommen. Sollen die Herrschaften morgen doch die Postfiliale stürmen und ihre Zeit mit Anstehen verbringen. Und wenn der Auslieferer die Treppe nicht hochkommen muss, kann er auch nicht herunterfallen.

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Wir hatten ja im Frühjahr eine Küche bestellt, sie im Oktober bekommen und dann an der Montage doch so ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln. Eigentlich kein Drama, doch dann kam hier ein Monteurteam, das es nicht so mit den Manieren hatten, siehe hier:

und nicht das kompetenteste war. Denn: Vor zwei Tagen war der Qualitätssicherer hier, drückte mal hier, schraubte mal dort, und bis auf eine Ausnahme fluppte das Ganze dann. Doch zuvor musste ich meinem Namen als „Unerbrittliche“ noch einmal alle Ehre machen:

Die Frau. Soso. Ja, ich habe Rabatz gemacht. Weil es nichts brachte, immer wieder Mails mit ausführlicher Foto-Dokumentation zu schreiben. Weil ich einfach keinen kompetenten Ansprechpartner ans Telefon bekam. Weil man mich hinhielt und Monteure mit dem Auftrag, ein paar Front-Einstellarbeiten auszuführen, losschickte. Diese wiederum verstanden offensichtlich nur Bahnhof und brachten kleine Lochblechstreifen an, wo sie weder hingehörten, noch etwas zur Problembehebung beitrugen. Jetzt hoffen wir mal, dass die Damen und Herren des Herd-Herstellers schneller verstehen und reagieren. Die Geschichte geht also weiter, bleiben Sie dran.

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Kürzlich las ich einen sehr interessanten Artikel über Frauen, die aus ihrem gut bezahlten Karrierekonzept ausgestiegen sind und neue Wege für sich gefunden haben. Darin geht es um Frauen, „die bereits eine beachtliche Karriere hinter sich haben und plötzlich das Interesse genau daran verlieren“. Ich habe mich da in vielen Punkten wiedererkannt. Bevor meine Kinder auf die Welt kamen, war ich sehr an beruflichem Fortkommen interessiert, habe da auch meine Ziele erreicht. Doch seit einigen Jahren ist das kein Thema mehr für mich, ich sagte mir: Ich muss es niemandem, auch mir selbst, mehr beweisen. Ich schätze heute vor allem meine Selbstbestimmtheit: Ich sage, wann ich wie viel, wie lange und zu welchem Preis arbeite. Und wenn dabei Aufgaben sind, über die ich normalerweise stimmgewaltig fluchen würde, sage ich heute: Dafür bekomme ich auch noch Geld – genial! Dazu kommt: Dieses ganze „politische Gedöns“ (damit meine ich alles, was so gar nichts mit der Sache, sondern immer mit persönlichen Dingen zu tun hat; Machtkämpfe zum Beispiel), das in Firmen oft üblich ist, geht an mir so herrlich vorbei. Die Lebensqualität ist wirklich großartig. Dieses Gefühl teile ich mit einigen Freundinnen, die genau den gleichen Schritt gegangen sind, alle etwa mein Alter. Angestellt? Vielen Dank, aber nein!

In diesem Sinne all den Mitlesern hier ein wundervolles Weihnachtsfest mit allem, was jedem für sich Freude macht. Ob allein, in kleiner oder großer Familie, ob mit viel oder gar keinem Programm – das Gebot der Stunde heißt, sich wohl zu fühlen, bei sich zu sein und ein bisschen Kraft zu tanken. Alles Liebe!

 

PS: Meine Müdigkeit ist fast weg, und der Film fängt gleich an. 🙂

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